Es gibt kein Recht auf Sex

Prostitution gehört zu Deutschland wie das Amen zur Kirche. „Sollen Männer ruhig zu käuflichen Frauen gehen, das senkt die Kriminalitätsrate“, denken die einen. „Ist doch gut, dass es Frauen gibt, die so was gerne tun“, finden die anderen. Dieses Gedankengut basiert jedoch auf falschen Vorstellungen. Aktuelle Studien zeigen, dass das System der legalen Prostitution patriarchale Grundstrukturen und Gewalt gegen Frauen insgesamt eher fördert. Psychologische Forschungen offenbaren, dass Prostituierte immer großen seelischen Schaden durch ihre Tätigkeit erleiden, auch wenn ihnen dies manchmal nicht bewusst ist. Und selbst Freier bekommen durch Sexkauf nicht das, was sie eigentlich bräuchten. Ein Prostitutionsgesetz wie es in Frankreich jetzt umgesetzt wurde, könnte auch in Deutschland Menschenwürde und Gerechtigkeit stärken.

Von Dr. Ingeborg Kraus.   Dieser Artikel erschien in Raum & Zeit im Dezember 2016.

In der Schule lernt man die Bedürfnispyramide nach Maslow. Als Grundbedürfnisse werden Luft, Wasser, Nahrung und Sex aufgelistet. Man könne immer nur in die nächsthöhere Stufe gelangen, wenn die Untere gegeben und erfüllt sei. Nur so erreiche man die höchste Stufe, und zwar die Selbstverwirklichung. Als 12-jähriges Mädchen habe ich mich gefragt, wie lange man wohl ohne Luft, Wasser und Nahrung überleben könnte? Zwei Minuten ohne Luft, drei Tage ohne Wasser und vielleicht 14 Tage ohne Nahrung? Und wie lange könnte man ohne Sex überleben? Was passiert, wenn man eine Zeitlang keinen Sex hat? Stirbt man? Wird man schwer krank? Passiert da was ganz Schlimmes?

Nein, nichts davon! Es passiert überhaupt nichts! Nur die Fantasie, dass Sex für Männer ein ununterdrückbares Grundbedürfnis sei, lässt Schlimmes in der Welt passieren: Sexuelle Gewalt, Verschleierung der Frauen und Prostitution.

Eine der größten Handelsbranchen der Welt

Wenn wir nun nur den Aspekt der Prostitution unter die Lupe nehmen, so zeichnet sich weltweit ein apokalyptisches Bild ab: Noch nie in der Geschichte der Menschheit gab es so viele Sexsklavinnen wie heute, noch nicht einmal zu Zeiten der Sklaverei! Und das nur, um ein vermeintliches Recht der Männer auf Sex zu bedienen. Laut dem Bericht der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) von 2012[1] wird die Zwangsprostitution auf 4,5 Millionen Opfer weltweit geschätzt. Genaue Zahlen gibt es nicht. Fakt ist, dass 80% aller Opfer von Menschenhandel Frauen und Mädchen sind, 69% landen in der Zwangsprostitution.[2] Fakt ist auch, dass Menschenhandel durch eine Legalisierung der Prostitution steigt.[3] In Thailand betragen die Einnahmen durch Sextourismus 14 Prozent des Bruttoinlandproduktes. Dieses Gewerbe gehört mittlerweile zwischen dem Waffen- und Drogenhandel zu den größten Handelsbranchen der Welt. Wenn man bedenkt, dass 98 Prozent der Opfer von Zwangsprostitution Frauen und Mädchen sind und die Sexkäufer fast ausschließlich Männer sind, dann sollte man sich ernsthafte Gedanken über das Sexualverhalten des Mannes machen.

Hotspot Deutschland

Mittlerweile wird Deutschland im Ausland als Bordell Europas gesehen. Es wird von der „deutschen Sexindustrie“ gesprochen, die einen jährlichen Umsatz von 14,6 Milliarden Euro erreicht (Schätzung des statistischen Bundesamtes) mit rund 3 500 gemeldeten Bordellen.[4] Vor 15 Jahren wurde die Zahl der Frauen in der Prostitution in Deutschland auf circa 400 000 geschätzt[5]. Niemand weiß genau, wie viele es heute wirklich sind, da die Frauen meist nicht angemeldet sind. Ein Kriminalbeamter aus Ulm stellte fest, dass durch das Prostitutionsgesetz von 2002 die Anzahl der Prostituierten in seinem Gebiet um circa 30 Prozent gestiegen ist.

Prostitution war schon vor 2002 legal, was viele heute verkennen. Das Gesetz wollte durch die Aufhebung der Sittenwidrigkeit die Prostitution zu einem „Job wie jeder andere“ machen. Das Gesetz hat jedoch Frauen nicht aus krimineller Umklammerung befreit, sondern hat sich als eine weitere Legalisierung der Zuhälterei entpuppt.[6]

Kein Schutz durch Legalisierung

Obwohl wir in Deutschland eine soziale Marktwirtschaft haben sollten, genießt gerade dieses Gewerbe, das extrem gewaltbelastet ist, keinerlei schützende Regulierungen. Irmingard Schewe-Gering, Schriftführerin des Prostitutionsgesetzes von 2012, begründete dies wie folgt: „der Staat kann nicht vorschreiben wie die Menschen Sex miteinander haben“. Die freie Marktwirtschaft hat somit das Diktat über die Sexpraktiken und Preise übernommen. Das Resultat ist erschreckend: Flatrate-Bordelle sind wie Pilze aus dem Boden geschossen[7]: für 69 Euro gibt es eine Bratwurst, ein Bier und Frauen unbegrenzt. Die Flatrate-Kette „Pussy Club“ machte Schlagzeilen, als am Eröffnungstag, dem 5. Juni 2009, 1 700 Männer Schlange standen um hineinzukommen. Die Schlange löste sich bis Ladenschluss nicht auf, zahlreiche Frauen brachen in der Folge zusammen vor Erschöpfung, Schmerzen, Verletzungen und Entzündungen, Ausschlägen und Pilzerkrankungen von der Vagina bis zu den Beinen.[8]

Das Einkommen der Frauen ist gesunken: 30 Euro kostet einmal Geschlechtsverkehr bei täglichen Mietkosten von circa 160 Euro und mehr für ein Zimmer, das hierfür genutzt werden kann. Es herrschen Arbeitszustände, die wir nur aus den Geschichtsbüchern des 19. Jahrhunderts kennen: die Frauen sind vom Unternehmen völlig abhängig: sie arbeiten, essen und schlafen in den Bordellen und leben in einer rechtlosen Parallelwelt ohne Zugang zur Außenwelt. Oft wissen sie gar nicht, wo sie sich befinden. Die Ware Frau wird mittlerweile in Deutschland gemäß der Gesetze des härtesten Kapitalismus aufs Maximale ausgebeutet: Globalisierung, Industrialisierung, Low Cost, Konkurrenz, Flexibilität, Profitmaximierung, etc.

Von den oben genannten 400 000 prostituierten Frauen haben sich nur 44 als Selbstständige bei den Sozialversicherungen angemeldet. Das heißt also, dass nur 44 von insgesamt mindestens 400 000 Prostituierten den Sozialversicherungsschutz überhaupt nutzen, für den das Gesetz offiziell gemacht wurde. Die allermeisten Prostituierten befinden sich weiterhin in der Illegalität[9], was bedeutet, dass sie keinerlei Sozialversicherungen haben, zum Beispiel nicht krankenversichert sind, dass sie also nicht zum Arzt gehen können, weder wenn sie nur eine leichte Grippe haben, noch bei schwerwiegenderen Erkrankungen.

Unter dem Diktat einer kriminellen Parallelgesellschaft

Manfred Paulus, ein Erster Kriminalhauptkommissar a.D., kennt das Rotlicht-Milieu gut und spricht in diesem Zusammenhang von einer organisierten Kriminalität. Das Prostitutionsgesetz von 2002, so Paulus, sei ein täterfreundliches und Kriminalitätsförderndes Gesetz. Es hat Deutschland zum Eldorado für Menschenhändler, Zuhälter und Bordellbetreiber gemacht.[10] Der Anteil der Ausländerinnen in den deutschen Rotlichtmilieus betrage mittlerweile bis zu 90 Prozent und mehr.[11] Sie alle kommen nicht in dem Deutschland an, das sie Deutschen als ihr Deutschland kennen, mögen und zu schätzen wissen. Sie sind vielmehr von Anfang an Gefangene dieser in weiten Teilen kriminellen Subkulturen im Rotlicht, welche die Prostitution umgeben. Sie sind von ihrer Einreise an dem Diktat dieser Parallelgesellschaft unterworfen und allein deren Gesetzen verpflichtet.[12] In der Hierarchie dieser Milieus sind sie ganz unten angesiedelt. Sie werden gezwungen, ihren Körper anderen zur Nutzung zu überlassen. Sie sind entrechtet, wehrlos, hilflos ausgeliefert. Sie haben keine Rechte und keinerlei Möglichkeiten, sich den Vorgaben dieser Parallelgesellschaft zu widersetzen.[13] Die Frauen leben in permanenter Angst, so Geneviève Duché (Vorsitzende von der Ausstieghilfe AdN in Frankreich): Angst vor gewalttätigen Freiern, Angst, nicht genug zu verdienen um die Kosten oder Schulden abzuzahlen, Angst, krank oder schwanger zu werden, Angst vor Zuhältern oder Bordellbetreibern, Angst vor der Konkurrenz, Angst vor der Polizei und Behörden, etc.[14]

Ost-Mädchen – Arglos ins Trauma

Laut den Beobachtungen von Sabine Constabel, einer Sozialarbeiterin, die seit 20 Jahren in Stuttgart mit prostituierten Frauen arbeitet, hat sich das Problem mit der Zeit völlig verlagert. „Circa 30 Prozent sind unter 21 Jahre alt. Sie kommen aus den ärmeren EU-Ländern aus dem Osten. Sie werden meistens von ihren Familien geopfert. Der Ertrag von ihrer Tätigkeit geht an die Familie. Die Mehrheit spricht kein Deutsch, manche sind noch nicht einmal alphabetisiert. Sie „arbeiten“ nicht professionell. Sie praktizieren keinen Safer Sex, können keine Grenzen setzen, nicht verhandeln. Sie sind in einer sehr unterlegenen Situation. Sie haben nicht die Macht, ihre Ansprüche durchzusetzen. Für 30 Euro machen sie alles, was die Freier möchten.“ Wie Sabine Constabel weiter ausführt sind diese Mädchen meist konservativ aufgewachsen, haben ihre ersten sexuellen Erfahrungen in der Hochzeitsnacht gemacht und werden dann nach Deutschland geschickt, wo sie den Freierwünschen ausgeliefert sind. „Sie sind komplett überfordert, komplett traumatisiert. Viele verlangen nach ihren ersten Erfahrungen Psychopharmaka und Drogen. Sie sagen, anders sei ‚dieses Geschäft‘ nicht auszuhalten. Manche Frauen sind nur wenige Wochen da und sagen: ‘Ich bin hier gestorben, ich kann nicht mehr lachen‘. Manche halten es Jahre aus und sagen: ‚Ich hab Kinder zu Hause und muss noch durchhalten‘. Die Frauen sind sehr traumatisiert, sie entwickeln Depressionen, Albträume, körperliche Schwierigkeiten. Sie reagieren psychosomatisch, haben Bauchschmerzen. Sie sind krank und fühlen sich auch krank. Es breitet sich eine ganz große Hoffnungslosigkeit in ihnen aus. Sie wollen diese schreckliche Arbeit nicht mehr tun.“[15]

Das bestätigt auch Jana Koch-Krawczak, die seit Jahren als Streetworkerin mit Prostituierten arbeitet: „die Frauen in den Bordellen haben oft einen apathischen Blick oder reagieren verängstigt. Ihre Körperwahrnehmung ist völlig gestört und sie haben oft essentielle Fertigkeiten verloren: wie Körperpflege und körperliche Selbstfürsorge. Ihr Schlafrythmus sowie Tagesstruktur ist gestört. In der Prostitution gibt es keine geregelten Zeiten, alles ist durcheinander und so fühlen sich auch die Frauen. Sie leben in einer Parralellwelt die ganz anders tickt und finden deshalb auch keinen Anschluss an die „Normalität“ der Außenwelt. Behördengänge oder Pünktlichkeit sind dann oft eine regelrechte Herausforderung für sie. Ihre Beziehungen sind dementsprechend auch schwierig. Oft werden die Gesundheitsbeschwerden nur auf die ausländischen Frauen geschoben und die frühere Prostitution glorifiziert. Das ist falsch, sagt Koch-Krawczak, deutsche Frauen leiden auch unter der Prostitution“.[16]

 Der Bericht des Gynäkologen Wolfgang Heide[17], liest sich wie ein Horrormanuskript: „Der gesundheitliche Zustand der Prostituierten ist in aller Regel katastrophal. Die Frauen sind mit 30 Jahren oft deutlich vorgealtert. Persistierende unterleibschmerzen werden von nahezu allen Frauen angegeben. Gastritis, häufige Infekte durch die schlechten Lebensbedingungen sind die Regel“. Eine Tätigkeit als Prostituierte ist oft ohne Psychopharmaka nicht möglich, so Heide. Die psychischen Traumatisierungen durch die Tätigkeit in der Prostitution sind gewaltig und stellen häufig lebenslange Schädigungen und Qualen für die Frauen dar.“

Von wegen Freiwilligkeit: traumatische Belastungssstörung bei 68 Prozent

Von Freiwilligkeit kann da keine Rede sein, so Paulus. Aber an diese Fata Morgana der Freiwilligkeit muss geglaubt werden, denn nur so haben nicht nur Freier, Club-, Bar- und Bordellbetreiber, Menschenhändler und Zuhälter, sondern auch Ordnungsbehörden, Ausländerbehörden, Polizei und Politik kein Problem mehr.[18]

Melissa Farley fand 2003 in ihrer Studie über die psychischen Folgen der Prostitution heraus, dass 68 Prozent der Frauen in der Prostitution eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickeln, die in ihrer Deutlichkeit vergleichbar ist mit der von Kriegsveteranen und Folteropfern. Das muss man sich mal vorstellen: 68 Prozent.[19] Das Gehirn erleidet hierbei einen Schaden, der schwerwiegende Folgen verursacht. Das Leben wird zur Qual, die Frauen treten ständig auf Minenfelder, sie werden überall getriggert. Es passieren ständig Explosionen im Gehirn.
Mich hat eine Reporterin gefragt, wie denn der Vergleich von einer PTBS, die aus der Prostitution resultiert mit der, die von Kriegserlebnissen resultiert, aussieht. Ich antwortete ihr, dass eine posttraumatische Belastungsstörung, die von Erfahrungen in der Prostitution herrührt, schlimmer ist. Die Angstreaktionen sind zwar die gleichen, die Folgeschäden, die durch Prostitution verursacht werden, sind jedoch schwieriger zu überwinden. Das Selbstwertgefühl ist tiefer erschüttert. Wenn Sie im Krieg sind, haben Sie eine Schutzhülle, das heißt Sie sind angezogen, Sie sind bewaffnet. Sie wissen, wo sie hingehen und warum Sie da sind, und Sie kommen vielleicht sogar als Held zurück.
Als Frau in der Prostitution sind Sie nackt, Sie sind völlig wehrlos, Sie sind allein und Sie befinden sich in einem System der Lüge. Die ganze Gesellschaft sagt Ihnen etwas Falsches, und zwar, dass das, was Sie tun, ein Job wie jeder andere sei. Trotzdem werden Sie nicht richtig ernst genommen und sie werden auch nie eine Medaille für das bekommen, was Sie tun.
Die Chance, ein Posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln ist bei prostituierten Frauen viel größer als bei Soldaten im Krieg. Frauen werden also an eine Front geschickt. Aber um welche Front handelt es sich? Um welchen Krieg? Für was gehen sie in den Krieg? Ist es um unsere Demokratie und Freiheit zu verteidigen? Nein! „Das Leben und die Rechte dieser Frauen werden dafür geopfert, dass einige ihre sexuelle Lust ausleben können. Das ist nicht die Gesellschaft die wir wollen, sagt Pascale Boistard, Staatssekretärin für Frauenrechte in Frankreich. „Meine Empörung bleibt vor diesem Tatbestand groß“.
In Deutschland scheint sich die Politik nicht wirklich darüber zu empören. Von einem „dunklen Kapitel deutscher Gesellschaftspolitik“ und einer „fehlenden Ethikdiskussion“ sprach der Psychiater und Psychotherapeut Lutz Besser in diesem Zusammenhang. Bei der Prostitution handle es sich um die „organisierte und legitimierte Form von Erniedrigung, Demütigung, körperlicher und seelischer Verletzung von Frauen. Und das mit Duldung unserer politischen Volksvertreter“. „Prostitution ist Seelenmord!“[20], sagt der Unterzeichner des Appells „TraumatherapeutInnen gegen Prostitution“.[21]

Umbruch in Frankreich

Frankreich hat Anfang April 2016 ein Gesetz zum Abbau des Systems Prostitution gewählt, das auf vier Säulen aufgebaut ist: Freierbestrafung, Entkriminalisierung der prostituierten Menschen, Ausstiegshilfe und Präventionspolitik in Schulen.[22] Fast zeitgleich hat Deutschland ein sinnloses Gesetz gewählt, das nur ein paar harmlose Regulierungen einführt, die jedoch an der dramatischen Situation nichts ändern. Regulierungen senden auch ein falsches Signal: Sie legen letztlich mit gesetzlichem Gütesiegel fest, welche Formen der Ausbeutung und der sexuellen Gewalt von einer Gesellschaft als normal und schützenswert per gesetzlicher Absicherung betrachtet werden – und verhandeln bestenfalls die Grenzen dazu. Die Täter kommen somit mal wieder gut davon!

Es gibt unter Feministinnen heftige Diskussionen über den richtigen Weg, die Situation für prostituierte Frauen zu verbessern. Aber diese Diskussionen drehen sich immer nur um die Frauen, die Sexkäufer werden nicht belangt. Folgende Argumente werden gegen ein Sexkaufverbot geäußert: die Frau hat das Recht ihren Körper zu verkaufen, Verbote würden die prostituierten Frauen in die Illegalität und zu ihrer Stigmatisierung führen.

Argumente gegen die Normalisierung

Die Prostitution zu normalisieren, sagt Claudine Legardinier, bedeutet alle feministischen Kämpfe der letzten 40 Jahre aufzugeben.[23] Denn die Prostitution bleibt das eindeutigste Symptom für die jahrtausendlange Unterdrückung der weiblichen Sexualität und zwingt die männliche Sexualität sich über den Besitz der Frau zu behaupten.[24]

Francoise Héritier, eine französische Anthropologin, sagt dazu: „Zu sagen, dass die Frauen das Recht haben, sich zu verkaufen, bedeutet die Tatsache zu verschleiern, dass die Männer das Recht haben, sie zu kaufen. Mit der Bezahlung befreit sich der Mann von allen Verpflichtungen und Schuld. Die Frau bleibt unterjocht“.[25]

Carmela, eine ehemalige mexikanische Prostituierte, erklärt: „Früher haben wir Frauen gesagt: „Mein Mann schlägt mich, weil er mich liebt“, weil man uns von klein auf gesagt hat, dass Schläge Liebe bedeuten. Aber irgendwann haben wir verstanden, dass sie das genaue Gegenteil bedeuten. Und heute sollen wir sagen: „meine Kunden vergewaltigen und erniedrigen mich, weil ich frei bin. Was für eine Riesendummheit!“[26]

Was wir in Deutschland brauchen ist ein Paradigmenwechsel! Alle Diskussionen drehten sich bislang um die Frau, kein Wort aber über das, was die Prostitution aufrecht erhält, und zwar die Zuhälter, Menschenhändler und Sexkäufer. Der Fokus muss weg von der Frau und hin zum Mann, denn die Prostitution ist ein Problem, das zuerst den Mann betrifft!

Wer ist der unsichtbare Sexkäufer

Wenn wir uns den Sexkäufer unter die Lupe nehmen, muss zuerst festgestellt werden, dass er extrem untererforscht ist.[27] Man spricht schätzungsweise von 1,2 Millionen Kunden pro Tag in Deutschland, 18 Prozent der Männer sollen dauerhaft aktive Sexkäufer sein. Der Kinsey-Report stellt 1948 für die USA fest, dass 69 Prozent aller Männer in ihrem Leben käuflichen Sex nachgefragt haben.

Wer aber sind diese Sexkäufer, ohne die es Prostitution nicht gäbe und die einen Markt aufrecht erhalten, der sehr eng mit Gewalt und Frauenhandel verknüpft ist? Das Schweigen über die Prostitutionsnachfrage ist ein wichtiges Element, das die Prostitution legitimiert und die Ungleichheit zwischen Mann und Frau aufrecht hält.

Claudine Legardinier und Said Bouamama haben 2006 eine Studie bei 95 Sexkäufern durchgeführt. Zum ersten Mal hört man diese Männer sprechen und ihre Aussagen erschüttern! Sie sind Ausdruck eines mittelalterlichen Männlichkeitsbildes, das auf der Herrschaft des Mannes über die Frau aufgebaut ist.

Zuerst muss mit dem Mythos aufräumt werden, Sexkäufer seien isolierte Männer, die keine Beziehungen zu Frauen hätten. Die Mehrheit der Sexkäufer sind in Beziehungen (37 Prozent sind aktuell in einer festen Beziehung, insgesamt 70 Prozent waren in einer Beziehung oder sind aktuell in einer Beziehung), etwas mehr als die Hälfte sind Väter, 46 Prozent waren zwischen 30 und 50 Jahre alt, alle sozialen Klassen waren vertreten, jedoch mehrheitlich Führungskräfte. Sexkäufer sind also keine isolierten Menschen.

Sie stellen sich aber als Opfer dar, die Mitleid verdienen. Folgende Gründe führen sie auf um ihr Verhalten zu rechtfertigen: mangelnde Liebe und Zärtlichkeit, Schüchternheit, niedriges Selbstwertgefühl.[28] Sie vertreten außerdem die Auffassung, dass männliche Sexualität etwas Spezifisches ist. Ihre sexuellen Bedürfnisse seien allmächtig, benötigten eine sofortige Befriedigung und seien nicht zu unterdrücken. Mit dieser Logik rechtfertigen sie ihr Handeln, da sie ja nur einem natürlichen männlichen Bedürfnis nachgehen. Diese biologische Erklärung hilft ihnen sich als „normal“ zu betrachten. Weiterhin klagen sie die Männer an, die keine Freier sind, da diese anormal/ verlogen seien. Die Sichtweisen auf sich selbst spiegeln eher soziale Geschlechterkonstruktionen, die auf Hierarchien aufgebaut sind, als die heutigen Realitäten, in denen wir leben: Nach ihrem Selbstverständnis sind Männer dazu veranlagt zu dominieren und Frauen sich zu fügen.

Viele weisen der modernen emanzipierten Frau die Schuld dafür zu, dass der Mann zu Prostituierten geht. Sie klagen, ihre eigenen Partnerinnen seien zu anspruchsvoll und sexuell nicht großzügig genug. Sie würden ihren Partnern nicht genügend Bestätigung geben. Hier klingen nostalgische Vorstellungen durch, in denen Frauen ihren Männern noch alle Wünsche erfüllen.

Claudine Legardinier kommt zu der Schlussfolgerung, dass sich die Sexkäufer in einer generalisierten und systematischen Lüge befinden, die aus einer ungleichen Geschlechtererziehung resultiert:

  • Die Lüge betrifft ihre eigene Situation. Sie verbirgt die eigentlichen Gründe dafür, warum sie auf Prostitution zurückgreifen. Diese Frage wird mit simplen Erklärungen verdrängt wie es sei ein natürliches männliches Bedürfnis, die Triebhaftigkeit sei nicht zu kontrollieren, etc.
  • Lüge im Hinblick auf die Situation der prostituierten Frauen. Sie machen sich keine Gedanken darüber, weshalb eine Frau der Prostitution nachgeht. Simple Vorstellungen helfen hier die traurige Realität auszublenden: es würde den Frauen Spaß machen, sie verdienten doch ihr Geld damit, etc. Die Diskrepanz zwischen den Fantasien der Männer über die Prostitution und den Lebensrealitäten der Frauen in der Prostitution ist Lichtjahre voneinander entfernt.
  • Lüge bezüglich der prostitutionellen Situation selbst: sie suchen für kurze Zeit eine echte Beziehung zu einer Frau (Sex, Zärtlichkeit, Kommunikation). Sie wissen aber, dass sie sich nur ein Schauspiel davon kaufen. Die meisten bleiben frustriert.
  • Lüge was die sexuelle Befriedigung betrifft: sie kommen mit sexuellen Fantasien, die eigentlich eine Produktion der allgegenwärtigen Pornografie ist und von den weiblichen Bedürfnissen völlig abgetrennt ist. Sie verlangen immer mehr, aber verspüren keine richtige Befriedigung.
  • Lüge, was männliche Stärke und Identität ausmacht, die weiterhin mit patriarchalen Ideologien Hand in Hand geht: Männer suggerieren sich selbst und untereinander, es gehöre zum Mannsein Frauen sexuell zu dominieren, etc.

Die zentrale Lüge bestehe jedoch darin, so Legardinier, dass man Männern, aufgrund einer biologischen Erklärung, eine „Unfähigkeit zur Frustration“ zuschreibt. Hier drückt sich einmal mehr patriarchales Gedankengut aus: Frauen würden also mehr im Inneren leben, sie seien diskret und zurückhaltend, geduldig und könnten viel ertragen. Männer seien demgegenüber nach außen gerichtet und von ihren Trieben gesteuert. Frauen und Männer werden also weiterhin unterschiedlich im Umgang mit Frustration sozialisiert. Die Fantasie dominiert, Männer würden sich wie wilde Tiere im Dschungel verhalten, die ihre Sexualität nicht unter Kontrolle hätten ohne regelmäßige Triebabfuhr. Mit dieser Vorstellung wird auch den Männern unrecht getan, denn wenn es wirklich so wäre, müsste man die Frau als höheres Wesen betrachten, die zivilisiert mit ihren Trieben umgehen kann.

Freier in Deutschland – Vertreter einer neoliberalen Avantarde

In Frankreich versuchen sich die Freier als „armes Würstchen“ darzustellen, in Deutschland hingegen, scheint sich ein neues Bild des Freiers mit einer Entgrenzungslogik stilisiert zu haben: „hin zu einer neoliberalen „Avantgarde“, die ökonomisch und geschlechterpolitisch in der Lage ist, sich ein enormes Stück „entfremdeten“ Glücks zu kaufen.“[29]

Ellen Templin, eine Bordellbetreiberin in Berlin, äußerte folgendes 2007 dazu[30]: „Seit der Reform des Prostitutionsgesetzes sind nicht nur die Anzeigen enthemmter geworden, sondern auch die Freier brutaler. Von einem Tag auf den anderen. Wenn eine Prostituierte sagt: ‚Das mache ich nicht‘, antworten die heutzutage: ‚Hab dich nicht so, das ist doch dein Beruf!‘ Früher waren die Anzeigen für ungeschützten Sex verboten. Heute fragen die Freier schon am Telefon: Machst du´s auch ohne? Machst du´s anal, vaginal oder oral?‘ ‚Kann ich dir ins Gesicht spritzen?‘ All das ist jetzt gang und gäbe. Früher hatten die Freier wenigstens noch ein schlechtes Gewissen. Das gibt es heute nicht mehr. Sie wollen immer mehr.“

Die Sexkäufer sind perverser und die Praktiken entsprechend gefährlicher geworden. Die Gewalt gegen prostituierte Frauen hat sich dadurch natürlich erhöht. In vielen Freierforen[31] brüsten sich Männer, wie sie die Prostituierte „rangenommen“ haben und bewerten sie. Sie sehen es offensichtlich als ihr Männerrecht, Frauen zu bewerten und in jeglicher Weise zu benutzen.

Es zirkulieren Menü-Listen mit Freierwünschen (siehe ganze Auflistung unten). Im Ausland löst es Empörung aus und wird als Folter gesehen. In Deutschland scheint es zur Normalität geworden zu sein. Hier ein paar Beispiele[32]:

AFF = Analer Faustfick (die ganze Hand im Hintereingang); AO = alles ohne Gummi; Braun-weiß = Spiele mit Scheiße und Sperma; DP = Doppelpack (Sex mit zwei Frauen) oder: double Penetration (zwei Männer in einer Frau); EL = Eierlecken; FF = Faustfick; FP = Französisch pur (Blasen ohne Gummi und ohne Aufnahme); GB = Gesichtsbesamung; GS = Gruppensex; Kvp = Kaviar Passiv (Frau lässt sich anscheißen); Nsp = Natursekt passiv (Frau lässt sich anpinkeln); OV = Oralverkehr (Blasen, Lecken); SW = Sandwich, eine Frau zwischen zwei Männern; tbl, = tabulos, ALLES ist erlaubt; ZA = Zungenanal (am / im Hintereingang lecken).

2015 wurde eine neue Studie von Melissa Farley veröffentlicht, die belegt, dass Sexkäufer ähnliche emotionale Strukturen aufweisen wie sexuell gewalttätige Männer, und zwar mangelnde Empathie, das Fehlen von schlechtem Gewissen, antisoziales Verhalten, eine Präferenz für unpersönlichen Sex, eine ablehnende Haltung Frauen gegenüber und das Bestreben, sie dominieren zu wollen.[33]

Diese Verhaltensmuster bleiben jedoch nicht hinter den Mauern der Bordelle, sondern durchdringen und kontaminieren unsere gesamte Gesellschaft in ansteigendem Maß. Dies zeigt sich unter anderem auch darin, dass immer mehr junge Frauen meine psychologische Praxis aufsuchen, weil sie Angst haben nicht mehr „sexuell leistungsstark“ zu sein. Im Gegensatz zu dieser fatalen Entwicklung in Deutschland haben studien in Schweden belegen können, dass sexuelle Gewalt gegen Frauen seit der Einführung des Sexkaufverbots im Jahr 1999 gesunken ist.

Spiegel gesellschaftlicher Werte

Mansson warnt: Prostitution sollte nicht als ein abgetrenntes Universum gesehen werden, das von Monstern bevölkert ist. Nein, es sagt etwas über unsere Gesellschaft aus: es ist eine Lupe, die unsere Geschlechterrollen und vermittelten Modelle sichtbar macht. Diese seien nämlich noch von einem tiefen Sexismus durchdrungen. Seinen Studien nach sind Sexkäufer keine Ausnahmemänner, sondern ganz gewöhnliche Männer aus allen Klassen und Schichten, es kann der nette Nachbar von nebenan sein oder der eigene Ehemann. Es scheint, als könnten diese Männer gut mit diesen zwei entgegengesetzten Persönlichkeitsanteilen leben: privat der fürsorgliche Familienvater, im Bordell der empathielose, dominante, frauenverachtende Mann.

Der Sexkäufer scheint weniger ein Produkt der Natur zu sein als das der Kultur. Untersuchungen haben diesbezüglich nämlich völlig unterschiedliche Resultate ergeben[34]: 7 Prozent der Männer sollen in England Sexkäufer sein, 39 Prozent in Spanien, 37 Prozent in Japan und 73 Prozent in Thailand. Das spricht dafür, dass der Sexkäufer vorrangig eine soziale Konstruktion ist, ein Resultat einer ungleichen Geschlechtererziehung, die Frauen als Werkzeug sieht um Männer in ihrer Männlichkeit zu bestätigen.[35]

Prostitution bringt auch Männer nicht weiter

Die Prostitution regelt dabei nicht die Probleme der Männer, so der schwedische Soziologe Mansson. Ganz im Gegenteil, es steigert ihre Angst normale Beziehungen zu Frauen einzugehen. Der Sexologe Pierre Olive-Esséric fügt hinzu, dass Prostitution den Männern erspart notwendige Schritte in Richtung Frau zu machen.[36]

Mythos des netten Freiers

In ihrer Studie über die französischen Sexkäufer stellt Legardinier fest, dass es den Männern ein wichtiges Anliegen ist, sich von den „perversen Freiern“ abzugrenzen. Sie wollen sich als die „Guten“ verstehen. Mittlerweile sprechen aber mehr und mehr Aussteigerinnen über ihr Erleben in der Prostitution und räumen mit dem Mythos „des netten Freiers“ auf. Huschke Mau nimmt alle Freier in die Verantwortung und stellt nach zehn Jahren Prostitution fest: „Alle Freier sind Täter!“[37] Und was alle Freier gemeinsam haben, so Mau, das ist ihre Gleichgültigkeit: „Feier sehen Prostituierte nicht als Frauen, sie sehen nur das Objekt, den Körper, eventuell noch das schmückende Beiwerk. Die Frau, deren Rechte, deren Willen und Gefühle sind ihnen schlichtweg gleichgültig“.[38] Rosen Hirchen sagt, daß die 30 000 Männer, die sie sexuell befriedigt hat, nicht eine Prostituierte hätten aufsuchen sollen, sondern einen Therapeuten.[39] Rachel Moran muss nach sieben Jahren Prostitution und einer langen Zeit der Rekonstruktion feststellen, dass der gewalttätige Sexkäufer eigentlich ehrlicher mit ihr umgegangen sei als derjenige, der so getan hat als wolle er sanft und gut mit ihr sein. Letztendlich sei es jedes mal eine bezahlte Vergewaltigung gewesen.[40] Mylène, eine Aussteigerin aus Frankreich sendet eine Botschaft an alle Freier: „Wenn ihr wüsstet was wir von euch denken! Wie sehr wir euch hassen, wir verachten euch dafür uns zu kaufen während wir euch mit „Chéri“ ansprechen und Komplimente machen müssen“.[41]

Eine Frage der Gleichwertigkeit

Das neue Prostitutionsgesetz in Deutschland will durch die Einführung von ein paar Regulierungen, eigentlich nur ein gutes Gewissen in der Gesellschaft wieder herstellen. Bei der Prostitutionsfrage geht es um mehr als nur Schadensbegrenzung zu betreiben, es geht um ein neues Gesellschaftsmodell: eine neue Männergeneration soll geschaffen werden, die nicht auf sexuelle Ausbeutung der Frau, Herrschaft über die Frau und Gewalt gegen die Frau zurückgreift um sich zu definieren. Prostitution ist eine patriarchale Institution, die männliche Sexualität und Bewegungsfreiheit privilegiert und als Dominanzverhältnis zur Frau zu deuten ist.[42] Mit der Schimäre des unkontrollierbaren männlichen Sexualtriebes muss aufgeräumt werden. Männer sollten einen anderen Umgang mit Frustration erlernen.[43]

Es geht auch um den Aufbau eines Europas der Grundrechte. Es kann nämlich nicht sein, dass Frauen aus den armen EU-Ländern von Männern der reichen EU-Länder mit staatlichem Segen sexuell ausgebeutet werden. Deutschland befindet sich nun zwischen zwei Ländern, die ein Sexkaufverbot eingeführt haben. In Frankreich und Schweden wird Prostitution als Akt der Gewalt gesehen und unvereinbar mit der Gleichstellung Frau-Mann. In Deutschland ist sie immer noch ein Beruf wie jeder andere! Wie ist das zu verstehen? Sind Frauen in Deutschland weniger wert?

Die Historikerin Inge Kleine versucht den Unterschied zwischen den beiden Ländern zu verstehen und sagt, dass es in Frankreich strukturelle und gruppenbezogene Analysen gibt. Vor diesem intellektuellen Hintergrund ist die Wahrnehmung der Prostitution als gesamtgesellschaftliches, soziales und politisches Phänomen zu verstehen und nicht als entpolitisierte private Angelegenheit persönlicher sexueller Spielerein, der wenn überhaupt, ordnungspolitisch zu begegnen ist. In Deutschland, so Kleine, wurden jegliche kritische Ansätze gezielt ignoriert und wesentliche Fragen ausgeblendet. So war „Gewalt“ und „die Folgen der Prostitution“ bei den Evaluationen des deutschen Ansatzes zur Prostitution schlicht kein Thema. Deutschland sieht sich unfähig, sexuelle Angelegenheiten tatsächlich als Machtangelegenheiten und Faktor politischer Verhältnisse zu begreifen.[44]

In den Schulen sollte nun nichtmehr Sexualität mit „Essen, Trinken und Atmen“ gleich gesetzt werden oder etwa 12-13 Jährige zu ermutigen ihre Schamgefühle zu überwinden und sich ein „Bordell für alle“ vorzustellen.[45] Es sollte den deutschen Schülern das Gleiche vermittelt werden, wie Schülern in Frankreich: dass eine Frau keine Ware ist und sie nicht zur sexuellen Benutzung gekauft werden darf, dass Prostitution verheerende Auswirkungen auf der Welt auslöst, dass Prostitution kein Schicksal oder unvermeidliches Übel ist, keine Freiheit und schon gar nicht ein Beruf. Prostitution verstößt gegen die Menschenrechte und Menschenwürde. Deshalb brauchen wir auch hier in Deutschland ein Sexkaufverbot, denn es gibt kein Recht auf Sex!

Falls Sie die Einführung eines Sexkaufverbots in Deutschland unterstützen wollen, unterschreiben Sie bitte folgende Petition:

https://www.change.org/p/sexkauf-bestrafen-prostitution-abbauen

Dr. Ingeborg Kraus, promovierte Diplompsychologin und psychologische Psychotherapeutin im Fachgebiet Verhaltenstherapie, spezielle Zusatzqualifikation in Psychotraumatologie, Mitglied der deutschen Gesellschaft für Psychotraumatologie und der deutschen Gesellschaft für Trauma und Dissoziation, zahlreiche Veröffentlichungen zum Zusammenhang von Trauma und Prostitution.

Frau Dr. Kraus ist die Initiatorin des Appells der Traumatherpeuten gegen Prostitution: http://www.trauma-and-prostitution.eu/der-appell/

 

Bibliographie:

[1] International Labour Organisation: 21 million people are now victims of forced labour. Press Release, 01.06.2012. http://www.ilo.org/global/about-the-ilo/newsroom/news/WCMS_181961/lang–en/index.htm

[2] UNODC 2009: Global Report on Trafficking in Persons.

[3] European´s Women´s Lobby: The issue of prostitution at European level, 17.11.2011.

[4] Michael Jürgs: Sklavenmarkt Europa, 2014, Bertelsmann, S. 327.

[5] Investigativ.de: Das Rechercheblog der WELT: Prostitution – hier noch mehr Zahlen, 03.11.2013. http://investigativ.welt.de/2013/11/03/black-box-prostitution/

[6] Manuela Schon: Deutschland ist das „Bordell Europas“ – und wir sollten uns dafür schämen, 14.05.2016. http://diestoerenfriedas.de/deutschland-ist-das-bordell-europas-und-wir-sollten-uns-dafuer-schaemen/

[7] Chantal Louis : Die Folgen der Prostitution , Alice Schwarzer HG, Prostitution, ein Deutscher Skandal, 2013, KIWI, p. 70-87.

[8] Der Spiegel: Bordell Deutschland. 27.05.2013 . http://www.spiegel.de/international/germany/human-trafficking-persists-despite-legality-of-prostitution-in-germany-a-902533-2.html

[9] Michael Jürgs: Sklavenmarkt Europa, 2014, Bertelsmann, S. 327.

[10] Manfred Paulus: Menschenhandel, 2014, Klemm + Oelschläger Verlag, S. 107.

[11] Paulus, S. 109.

[12] Paulus, S. 105.

[13] Paulus, S. 112.

[14] Geneviève Duché: Non au système Prostitutionnel, 2015, Édition Persée, S. 170.

[15] Fernsehen Interview mit Sabine Constabel am 17.03.2013 in SWR1 Leute. https://www.youtube.com/watch?v=BpCPKDRcFg0

[16] http://jana-koch-krawczak.de/

[17] Dr. Wolfgang Heide: Stellungnahme zur öffentlichen Anhörung zur 
„Regulierung des Prostitutionsgewerbes“ im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Gesundheit im Deutschen Bundestag am 06. Juni 2016 http://www.trauma-and-prostitution.eu/2016/06/05/stellungnahme-von-wolfgang-heide-facharzt-fuer-gynaekologie-und-geburtshilfe/

[18] Paulus, S. 10

[19] http://www.trauma-and-prostitution.eu/2014/12/04/studie-von-melissa-farley-zu-prostitution-und-menschenhandel/

[20] Dr. Lutz Besser: Stellungnahme zur Anhörung zum Entwurf eines Gesetzes zur Regelung des Prostitutionsgewerbes sowie zu Schutz von in der Prostitution tätigen Personen. 04.06.2016. http://www.trauma-and-prostitution.eu/2016/06/04/lutz-besser-stellungnahme-zum-prostituiertenschutzg/

[21] http://www.trauma-and-prostitution.eu/der-appell/

[22] https://www.change.org/p/sexkauf-bestrafen-prostitution-abbauen/u/16113074

[23] Claudine Legardinier und Said Bouamama: Les clients de la prostitution, 2006, Presses de la renaissance, S.88.

[24] Claudine Legardinier und Said Bouamama: Les clients de la prostitution, 2006, Presses de la renaissance, S.232.

[25] https://zeromacho.wordpress.com/marraine/

[26] Lydia Cacho: Sklaverei, 2011, Fischer, S. 299.

[27] Udo Gerheim: Die Produktion des Freiers, 2012, S. 7.

[28] Claudine Legardinier und Said Bouamama: Les clients de la prostitution, 2006, Kapitel 4: Les clients parlent, S. 111-211.

[29] Claudine Legardinier und Said Bouamama: Les clients de la prostitution, 2006, Presses de la renaissance, S. 214

[30] Radio Interview mit der Domina Ellen Templin, 08.03.2010. http://abolition2014.blogspot.de/2014/05/interview-mit-einer-domina.html

[31] www.freiersblick.de

[32] Dr. Anita Heiliger: Zur Realität in der Prostitution und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen, 2015. http://www.trauma-and-prostitution.eu/2015/01/23/zur-realitaet-in-der-prostitution-und-ihre-gesellschaftlichen-auswirkungen/

[33] http://www.trauma-and-prostitution.eu/2015/09/01/sexkaeufer-haben-viel-gemeinsam-mit-sexuell-gewalttaetigen-maennern/

[34] Claudine Legardinier, Prostitution: Une guerre contre les femmes, 2015, Éditions Syllepse, S. 95.

[35] Udo Gerheim: Die Produktion des Freiers, 20012, Transcript, S. 305

[36] Claudine Legardinier und Said Bouamama: Les clients de la prostitution, 2006, S.235.

[37] Husche Mau, „Alle Freier sind Täter“, Süddeutsche Zeitung,18.05.2016.

http://www.trauma-and-prostitution.eu/2016/05/28/alle-freier-sind-taeter/

[38] Huschke Mau: Der Freier, in Kritische Perspektive, 09.09.2016. http://kritischeperspektive.com/kp/2016-34-der-freier/

[39] Geneviève Duché: Non au système Prostitutionnel, 2015, Édition Persée, S. 127-128.

[40] Rachel Moran: Was vom Menschen übrig bleibt. Die Wahrheit über Prostitution, Tectum, 2013.

[41] Mouvement du Nid: Les clients en question, Étude sociologique & Enquête d´opinion publique, 2004, S. 31.

[42] Udo Gerheim: Die Produktion des Freiers, 2012, Transcript, S. 297.

[43] Claudine Legardinier, Prostitution: Une guerre contre les femmes, 2015, Éditions Syllepse, S. 95.

[44] Dr. Inge Kleine: Freierbestrafung: das Gesetz in Frankreich und was wir davon lernen können. S. 3-11. Kofra 157. Sept./Okt. 2016. http://kofra.de/htm/Zeitung/157KOFRA.pdf

[45] E. Tuider, M. Müller, S. Timmermanns, P. Bruns-Bachmann: Sexualpädagogik der Vielfalt. Beltz, 2012.