Archiv der Kategorie: Gewalt

Traumawiederholung und Reviktimisierung nach körperlicher und sexueller Traumatisierung

von Dr. med. Wolfgang Wöller

Die Neigung von Opfern körperlicher und sexueller Traumatisierung in Kindheit und Jugend zur Wiederholung traumatischer Erfahrungen im späteren Leben ist empirisch gut belegt. Darüber hinaus findet sich eine hohe Stabilität missbräuchlicher Bindungen. Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Phänomen der Reviktimisierung aus der Perspektive der psychodynamischen Theorie, der Bindungstheorie und aus der Sicht der Forschung zu posttraumatischen Belastungsstörungen zusammenfassend darzustellen.

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Zur Realität in der Prostitution und ihre gesellschaftlichen Auswirkungen

von Dr. Anita Heiliger

Die Existenz von Prostitution vermittelt Männern wie Frauen männliche Dominanz in der Gesellschaft. Männern wird (sexuelle) Verfügbarkeit von Frauen vermittelt und Frauen ihr unterlegener gesellschaftlicher Status. Die Juristin Rahel Gugel formuliert in ihrer Arbeit: „Das Spannungsverhältnis zwischen Prostitutionsgesetz und Art. 3 II Grundgesetz“: „Die faktischen Auswirkungen des ProstG normalisieren … nicht nur gesamtgesellschaftlich das sexistische und geschlechtshierarchische Frauenbild in Prostitution und Sexindustrie. Vielmehr stützen und zementieren sie auch allgemein eine diskriminierende geschlechtshierarchische Einstellung von Männern gegenüber Frauen in der Bundesrepublik.“
Prostitution an sich ist Gewalt gegen Frauen und stützt und fördert die männliche Herrschaft sowie die kollektive Entwürdigung von Frauen, sie untergräbt die Bemühungen um Gleichberechtigung der Geschlechter. Die folgenden Berichte von Aussteigerinnen zeigen, dass Prostitution kein Sex ist, sondern kommerzialisierte sexuelle Gewalt.
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Eiszeit der Ethik

Transkription: Dr. Ingeborg Kraus

In einer Doku des Bayerischen Rundfunks (s.u.) äußerten sich führende TraumatherapeutInnen wie Lutz Besser und Michaela Huber zu den Folgen des liberalen Prostitutionsgesetzes in Deutschland. Hier Ausschnitte davon:

Besser: Als vor vielen Jahren, die sozial verständliche Idee heraus entstanden ist, die Frauen in der Prostitution aus dem sozialen Abseits heraus zu holen, es zu entkriminalisieren, ist in Deutschland etwas schreckliches passiert. Es war sozusagen die Legalisierung die dazu geführt hat, und dafür müssten wir uns schämen, dass wir das Bordell Europas sind.

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Studie von Melissa Farley zu Prostitution und Menschenhandel

Auf internationaler Ebene haben Melissa Farley u.a. bisher die einschlägigsten Ergebnisse veröffentlicht mit Daten aus neun verschiedenen Ländern (2004). Demnach zeigten zwei Drittel der untersuchten 854 Frauen in der Prostitution Symptome von PTBS (posttraumatischer Belastungsstörung), die in ihrer Deutlichkeit vergleichbar waren mit denen von therapiesuchenden Kriegsveteranen, Frauen, die in Frauenhäuser flohen, Überlebenden von Vergewaltigungen und Flüchtlingen, die staatlich sanktionierter Folter ausgesetzt waren. Die Intensität der traumaabhängigen Symptome hing von der Intensität der Prostitutionstätigkeit ab. Frauen mit mehreren Freiern berichteten von härteren körperlichen Symptomen. Je länger die Frauen in der Prostitution tätig waren, desto wahrscheinlicher war eine Infektion mit einer Geschlechtskrankheit.
Hier geht es zur Studie „Prostitution and Trafficking in Nine Countries: An Update on Violence and Posttraumatic Stress Disorder„. (PDF auf englischer Sprache).

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