Archiv der Kategorie: Allgemein

Kinder-, Jugend-, und Tierpornographische Schriften – wie hoch sollte das Schutzniveau sein?

Nach wie vor geben viele „große“ Zeitungen in Deutschland den „glücklichen Sexarbeiterinnen“ sehr viel Raum. In „Der Welt“ schreibt zum Beispiel Salomé Balthus regelmäßig Kolumnen. Durch diese massive mediale einseitige Darstellung, die immer noch einen romantischen Blick auf Prostitution wirft und somit zur Verharmlosung beiträgt, bekommt der Leser / die Leserin nicht nur ein ganz falsches Bild von dem Gewerbe, es zementiert auch die patriarchalen Geschlechterverhältnisse. Nun ist „die Welt“ aber zu weit gegangen, indem sie völlig unkritisch einen neuen Text („Du kriegst mich nicht!„) von Frau Balthus veröffentlicht hat, da es hier um Kinder/Jugendschutz geht. In einem anderen Text von Frau Balthus („Das Gesetz der Doppelmoral„), der sogar im Feuilleton der „Welt“ gedruckt wurde, wird pädokriminelles Verhalten verharmlosend dargestellt. „Es geht hier nicht darum, Kunst/Bilder zu verbieten, weil man sie unpassend findet, es geht darum, Kinder und Jugendliche, eine der schutzwürdigsten Gruppen unserer Gesellschaft, zu schützen„, so Frau Norak. Die Zeitung „Die Welt“ scheint sich in diesem Fall nicht die Aufklärung und den Schutz der Kinder/Jugendlichen zur Aufgabe gemacht zu haben, sondern verbreitet einfach Texte, die Bezüge zu pornographischem und pädokriminellem Verhalten aufweisen. Die Presse hat aber eine Verantwortung der Gesellschaft und insbesondere den Schutzbefohlenen gegenüber. Diese Verantwortung jedoch mit dem Schutzschild der „Pressefreiheit“ wegzufegen, zeugt nicht nur von einem schlechten Journalismus: hier stellt sich mir die Frage, in wie fern sich diese Zeitung auch in Mittäterschaft zieht.

Hier lesen sie eine wichtige Reaktion von Sandra Norak (Aussteigerin von 6 Jahren Prostitution und angehende Juristin) auf den Artikel „Du kriegst mich nicht!„:

Kinder-, Jugend-, und Tierpornografische Schriften – wie hoch sollte das Schutzniveau sein?

Nie wieder Prostitution!

­­­­­Ein Text von Sandra Norak und Dr. Ingeborg Kraus. 18.09.2018.

Als Aktivistinnen gegen das System Prostitution haben wir uns durch die für den Prix Europa 2018 nominierte ZDFinfo Dokumentation „Bordell Deutschland – Milliardengeschäft Prostitution“ kenneng­­elernt, in der wir beide als Expertinnen zum Thema mitwirkten. Sandra Norak als Loverboy-Opfer, Aussteigerin von 6 Jahren Prostitution und angehende Juristin. Dr. Ingeborg Kraus als Diplompsychologin und Traumatherapeutin. In diesem gemeinsamen Text möchten wir unsere Erfahrungen und Perspektiven vereinen.

Manchmal erscheint ein Weg für uns sehr lang, manchmal zu lang, so dass wir glauben, dass wir nicht genug Kraft haben und es nicht schaffen, ihn zu Ende gehen zu können. Der Ausstieg aus der Prostitution und damit aus einem Milieu, das meist den Körper und die Seele dieses Menschen zerstört hat, ist ein ganz besonders langer und schmerzhafter Weg, der manchmal kein Ende zu nehmen scheint und auf dem man Hürden begegnet, die sich zunächst als unüberwindbar darstellen.

Immer wieder hören und lesen wir von Aussteigerinnen, die mit den Gedanken ringen wieder in die Prostitution einzusteigen oder letztlich wirklich zurückgehen, obwohl sie ihre bereits gemachte Prostitutionserfahrung als traumatisierend ansehen und Prostitution als Gewalt bezeichnen. Dieses Verhalten stößt bei vielen Außenstehenden auf Unverständnis.

Wir möchten mit unserem Text über die Schwierigkeiten des Ausstiegs aus der Prostitution aufklären und zugleich Frauen während des Ausstiegs sowie danach Mut machen.

Wenn in unserer Gesellschaft über Prostitution gesprochen wird, so hat sich durch das ProstG aus dem Jahr 2002 bei vielen die Vorstellung eingeprägt, dass sie ein Job wie jeder andere ist. Prostitution aber hinterlässt tiefe Narben an Körper und Seele. Der Ausstieg ist nicht vergleichbar mit einem einfachen Jobwechsel. Einmal in diesem Prostitutionssystem gefangen, kommen Betroffene oft nur schwer bis gar nicht mehr raus. Weiterlesen

Deutschland: 17 Jahre nach Entkriminalisierung der Zuhälterei

Rede von Dr. Ingeborg Kraus in der Assemblée Nationale von Paris am 24. Mai 2018. Situation en Allemagne, 17 ans après la dépénalisation du proxénétisme.

Lektorat: Florence Humbert – Bild: Gemälde im Raum Colbert der Assemblée Nationale in Paris.

Diese Rede hat großen Zuspruch in der französischen Assemblée Nationale erhalten und auch dazu beigetragen, dass die neue Regierung den eingeschlagenen Kurs (von April 2016) nicht ändert. Ich habe nicht nur die dramatische Situation geschildert, die das ProstGesetz von 2002 hergestellt hat, sondern auch den deutschen Staat in die Verantwortung genommen. Deutschland trägt nämlich eine historische Verantwortung in der Legitimierung der sexuellen Ausbeutung von tausenden von Frauen durch die Sex-Industrie. Hier die wichtigsten Abschnitte von dieser Rede:

  • Das « deutsche Modell » hat die Frauen keineswegs geschützt, es ist für sie zur „Hölle auf Erden“ geworden.
  • Die Prostitution hat sich zu einer richtigen Industrie entwickelt, in der Frauenkörper zum Objekt reduziert und als Ware vermarktet werden.
  • Indem der deutsche Staat die Prostitution liberalisierte und den Sexkäufern eine vollständige Straffreiheit garantierte, hat er zu einer immensen Steigerung der Nachfrage beigetragen.
  • Diese Frauen sind den Gesetzen des kältesten Kapitalismus unterworfen: Ihre Körper werden aufs Maximale ausgebeutet. Wir beobachten die Art von inhumanen Arbeitsbedingungen, die -wie wir dachten- seit Beginn des 20. Jahrhunderts überwunden waren.
  • Der deutsche Staat lässt diese Frauen durch die Sexindustrie ausbeuten und zermalmen und schließt sie noch nicht einmal in sein Sozialsystem ein.
  • Es ist absurd über reproduktive Rechte von Frauen in der Prostitution zu sprechen, denn es geht hier nur um die Rechte des Sexkäufers, die ohne Einschränkungen garantiert werden sollen.
  • Die „freiwillige“ Prostitution ist oft schlimmer als die Zwangsprostitution.
  • Das System Prostitution benutzt die Traumatisierungen in der Kindheit für ihre eigenen Interessen und Profite. Diese Frauen wurden ein erstes Mal in ihrer Kindheit im Stich gelassen und werden nun ein zweites Mal durch eine staatliche Politik im Stich gelassen, die ihre Ausbeutung legitimiert.
  • Das deutsche Modell schürt Hass! Es verpestet menschliche Beziehungen. Ein Staat, der so ein System legalisiert, verbreitet Verachtung und Hass zwischen den Geschlechtern. Er zerstört Beziehungen und traumatisiert Familien über Generationen hinweg. Das deutsche Modell schürt auch Verachtung unter sozialen Klassen. Es spaltet die Bürger und Bürgerinnen eines Landes und trägt dazu bei, eine europäische Kohäsion zu verhindern.
  • Deutschland weigert sich hinzuschauen und die kriminellen Auswirkungen seines Gesetzes zu sehen, das Zuhälterei und sexuelle Ausbeutung in großem Maße ermöglicht hat.
  • Deutschland ist zum Zuhälter der vulnerabelsten Frauen Europas geworden.
  • Seitdem Frankreich das Gesetz von April 2016 eingeführt hat, spricht man nicht mehr vom nordischen Modell, sondern vom Gleichstellungs-Modell. Ich hoffe, dass Frankreich uns helfen wird, dieses Modell der Gleichstellung und Solidarität in Europa herzustellen. Deutschland, bedauerlicherweise, schafft es nicht!

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„Bordell Deutschland“ – ZDF info Dokumentation

Autor: Christian Stracke – Produktion: medi cine medienproduktions GmbH – Redaktion: Natalie Zinkend – Länge: ca. 89 Minuten. Abrufbar auf der Mediathek des ZDF: Bordell Deutschland . Es gibt auch eine kürzere Version (45 min) dieser Doku: Deutschlands Sex-Industrie 

Die Fotos sind aus der ZDF-Doku. Der folgende Text stammt vom ZDF Presseportal: „Laut Experten ist die boomende Sexindustrie der Bundesrepublik Drehscheibe für Zwangs-prostitution und Menschenhandel: Viele der Prostituierten kommen aus dem Ausland, die wenigsten arbeiten freiwillig. „Bordell Deutschland“ zeigt, wie schlimm die Zustände tatsächlich sind und welche Rollen Prostitutionsverbände, Bordellbetreiber und die Politik dabei spielen.

„Komm so oft du willst“, „All you can fuck“ oder „20 Minuten Sex für 20 Euro – der Spartarif im Discountpuff“: In vielen deutschen Städten werben Bordelle so für ihre Flatrate-Angebote. Das Geschäft boomt, mit teilweise bizarren Auswüchsen. Von Flatrate-, über Edel- bis hin zu sogenannten Gangbang-Bordellen, in denen eine Prostituierte mit mehreren Männern gleichzeitig Sex hat – nichts scheint unmöglich.

Jenseits der verklärten Welt von Hollywood, wie sie dem Zuschauer in Filmen wie „Pretty Woman“ präsentiert wird, versteckt sich im Verborgenen eine kriminelle Parallelwelt. Sandra hat jahrelang als Prostituierte gearbeitet und bestätigt die in der Szene vorherrschende Gewalt: „In jedem Club, in dem ich war, habe ich Menschenhandel gesehen. Ich habe natürlich auch Frauen gesehen, die geschlagen werden. Und ich habe auch Freier gesehen, die das gesehen haben und dann trotzdem die Dienstleistung in Anspruch genommen haben.“

Kein Einzelfall, wie Denisa, eine junge Rumänin bestätigt: „90 Prozent haben Zuhälter.“ Jahrelang hat sie in Deutschland als Zwangsprostituierte gearbeitet. Die Expertin und Traumatherapeutin Ingeborg Kraus vergleicht die Erfahrungen von Prostituierten mit denen von Soldaten oder Folteropfern, 60 Prozent der Frauen leiden unter einer posttraumatischen Belastungsstörung.
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Liebe Männer, wir müssen reden!

Ich freue mich sehr ein neues Buch gegen Sexkauf vorzustellen, für das ich das Vorwort schreiben durfte. Gisela Jaspersen informiert in ihrem Buch über die historische Einordnung von Prostitution, die verschiedenen Facette der negativen Seiten des Prostitionsgeschäfts und regt eine Neuorientierung in Bezug auf die heutigen Männerbilder an. Die Autorin möchte mit ihrem Buch in erster Linie die Männer erreichen, die als heterosexuelle Freier aktiv sind und sexuelle Leistungen von Mädchen und Frauen kaufen. Zugleich ist das Buch aber auch eine gute Zusammenstellung für Partnerinnen, Elternteile oder Jugendliche, die grundlegendes Wissen über Prostitution in Deutschland erfahren möchten. 

Hier mein Vorwort als Anregung zum Lesen:

Wir tun alle so, als wäre die Gleichstellung zwischen Mann und Frau schon erreicht, und wir müssten nur noch an Feinheiten schleifen. Natürlich ist eine gesetzliche Quote und Lohngleichheit wichtig. Es gibt aber eine Enklave in unserem Land, in der Frauen von allen frauenrechtlichen Errungenschaften ausge- schlossen sind: die Prostitution.

Die Politik behandelt Prostitution nur als Randthema, und eine liberale Gesellschaft will sich da nicht einmischen. „Jede/r soll so leben, wie sie/er es für richtig hält!“, bekommt man oft zu hören. Das Thema wird nicht tiefer reflektiert und analysiert.

Wir kennen sie alle, diese Gespräche unter Bekannten, in denen Prostitution schnell bagatellisiert und als Kavaliersdelikt verharmlost wird. Oft wird geschmunzelt, wenn aber Prostitution kritisiert wird, gibt es sehr schnell erheblichen Widerstand. Ich selbst kann mich an sehr viele solcher Gespräche erinnern. Ein Beispiel dazu: als ich als therapeutische Leiterin in einer Suchtfachklinik für Männer arbeitete, fielen mir nicht nur die pornografischen Poster in der Einrichtung auf, sondern auch, dass die Patienten am Wochenende mit der größten Selbstverständlichkeit in ein Bordell gingen. Als ich dies ansprach, musste ich bitter feststellen, dass die Einrichtung, die sich der männlichen Gesundheit widmete, das Ausleben männlicher Sexualität als wichtigeren Gesundheitsfaktor ansah als die Gewalt gegen Frauen durch Prostitution. Man kann aber nicht die eigene Gesundheit auf Kosten der Gesundheit anderer ausspielen. Man kann nicht die eigene Lust auf Kosten der anderen ausleben. Das geht so nicht!

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Medien und Prostitution

Ein Beitrag von Ulrike Maier und Dr. Ingeborg Kraus

Bislang dominiert ein ganz bestimmtes Bild der Prostitution die deutschen Medien: Die selbstbewusste Sexarbeiterin, die ihrem Beruf gerne nachgeht. Nur vereinzelt gibt es kritische Stimmen, so wie ein Spiegel-Artikel von 2013 oder die neue ZDF-Dokumentation „Bordell Deutschland“. Durch massive mediale Gegendarstellungen, die immer noch einen romantischen Blick auf Sexarbeiterinnen werfen, verblassen diese realitätsnahen Reportagen und Fragen, die sich aus dem System Prostitution ergeben, werden erst gar nicht gestellt: Welche gesellschaftliche Konsequenzen hat der liberale Umgang mit dem Sexkauf? Wer sind die Sexkäufer? Was macht Prostitution mit Frauen? Was macht es mit Männern? Welche Konsequenzen hat Prostitution für das Verhältnis der Geschlechter untereinander? Hier ein paar Beispiele für gefährliche Verharmlosung: Weiterlesen

Kirche und Prostitution

Dieser hervorragende Artikel von Geneviève Hesse erschien am 21.01.18 in der Bistumpresse. Aufgrund von Beschwerden gegen die Interview-Aussagen (insbesondere gegen den Satz die „Säulen der Sex-Industrie“) hat die Redaktion von „Tag des Herrn“ den Beitrag am 24.01.18 von seiner Webseite entfernt. Wir bedanken uns bei Frau Hesse für Ihre Standhaftigkeit, sich bei ihrer Aufklärung gegen Prostitution nicht zensieren zu lassen. (Bild von Marc Chagall, der zahlreiche Bleiglasfenster für Kirchen gestaltete)

Anfang Dezember 2017 gab es in Berlin in der Urania eine Podiumsdiskussion über Wege aus der Prostitution und Strafen gegen Sex-Käufer – das sogenannte Nordische Modell, das schon in Schweden, Norwegen, Island, Irland, Kanada und Frankreich gilt. Referentinnen und einen Aktivisten fragte Geneviève Hesse, was sie von der Haltung der Kirche im Umgang mit Prostitution denken.

1 „Säulen der Sexindustrie“

Die katholische und die evangelische Kirchen in Deutschland helfen den Frauen nicht zum Ausstieg – so die Vorwürfe von Inge Bell, stellvertretende Vorstandsvorsitzende von Solwodi und Terre des Femmes, und von der Traumatherapeutin Dr. Ingeborg Kraus.

Was halten Sie von der Position der deutschen Kirchen über Prostitution?
Ingeborg Kraus: In jeder deutschen Großstadt existieren Beratungsstellen für Prostituierte. Fast alle sind kirchlich. Dem Sexkaufverbot gegenüber nehmen sie eine feindliche Haltung ein. Sie dienen den betroffenen Frauen zwar als Anlaufstelle, helfen ihnen aber nur dazu, im Prostitutionsgeschäft zu überleben. Insofern sind Caritas und Diakonie mächtige Säulen der Sexindustrie: Sie tragen dazu bei, dass Frauen in ihrer prekären Situation verharren. Folglich legitimieren sie die psychische und physische Zerstörung der Frauen durch Männer, die sich den erniedrigenden Zugang zu ihren Körpern erkaufen. Auf der katholischen Seite kenne ich nur Solwodi, das sich für das nordische Modell einsetzt (Hilfe beim Ausstieg aus der Prostitution und für ein Sexkaufverbot), auf der evangelischen Seite Neustart.

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Belle de jour und Catherine Deneuve – Die Rolle ihres Lebens

Beitrag von Dr. Ingeborg Kraus – Karlsruhe, den 14.01.2018

Der Film „Belle de jour“ ist ein Meisterwerk. Es ist kein sexistischer Film, kein Film einer Frau, die ihre sexuellen Phantasien ausleben will, oder eine Frau, die aus der prüden Gesellschaft ausbrechen will. Kein anderer Film wurde so wenig verstanden, wie Belle de jour. Catherine Deneuve selbst, die diese Rolle bis auf die Perfektion verkörperte, verstand sie nie. Es ist die Rolle ihres Lebens: eine Frau, die sexuellen Missbrauch nicht erkennt.

Warum lässt sich eine, aus gutem Hause kommende, bildschöne Frau von fremden Männern misshandeln, demütigen und sexuell missbrauchen? Es sind nur zwei kurze Filmszenen, die das Rätsel auflösen. In der 14. Minute des Films, sieht man für ein paar Sekunden ein Mädchen, die kleine Séverine, die von einem Erwachsenen geküsst wird, seine Hand greift unter ihr Kleid. Die zweite Szene: Kurz bevor Séverine zum ersten Mal an der Tür des Bordells klopft bekommt sie einen Flash-Back: Sie sieht die kleine Séverine, die in der Kirche die Hostie verweigert. Sie fühlt sich schuldig für das was ihr angetan wurde. Es ist nicht die Erwachsene, die ins Bordell geht, es ist das Mädchen, das sich schuldig fühlt. Es ist auffällig, wie sich die Erwachsene ständig entschuldigt. Sie leidet unter wiederkehrenden Albträumen, in denen sie gedemütigt, mit Dreck beschmissen, beschimpft, gepeitscht, vergewaltigt wird. Die Erwachsene ist im Leben oft abwesend, wie in Trance, unkonzentriert, sie lässt Dinge fallen. Zu ihrem Mann kann sie keine richtige Nähe entwickeln. Weiterlesen

Darf die Vagina Arbeitswerkzeug sein?

Rede von Dr. Ingeborg Kraus in der Urania auf der Veranstaltung „Sexarbeit“ – der zerschmetterte Mythos. Berlin, am 03.12.2017. 

Ich möchte mich bei den Veranstalterinnen bedanken. Insbesondere bei Rachel Moran und Julie Bindel. Ohne sie hätte diese Buchvorstellung nicht stattgefunden.

Wenn wir Glück haben, werden wir vielleicht noch eine Regierung in diesem Jahr bekommen. Wir beobachten momentan Politiker, die nun seit 8 Wochen miteinander reden und zu einem Null Ergebnis gekommen sind. Zu sehen sind Politiker, die nicht reden wollen, die sich jeglicher Diskussion entziehen. Dann erfährt man, dass ganze Nächte darüber diskutiert wird, wie man manche zum Diskutieren bringt. Es scheint mir, als würde man nicht über die Probleme des Landes reden, sondern nur noch über Konstellationen.

Bundespräsident Frank Walter Steinmeier hat recht, wenn er sagt, dass es nicht sein kann, dass die politischen Kräfte des wirtschaftlich stärksten Landes Europas ihrer politischen Verantwortung nicht nachgehen. Alle Parteien sind dem Gemeinwohl verpflichtet. Sie dienen unserem Land und ihre Verantwortung geht weit über die eigenen Interessen hinaus.

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Abolition means Love!


This is the introduction of a lecture held in Stockholm, Sweden on October 2, 2017 for „the conference on the sex trade“, organized by TALITA.

Dr. Ingeborg Kraus

Last year I went on a tour with Simon through Canada and we were a really good team: I was the “baddy”, talking about the situation in Germany and he was the “goody”, offering solutions. And then he said: “Well, Ingeborg, you should come to Sweden, too.” I asked him: “What can I do in Sweden? People will chase me.” “No, you know”, he said, “we are so used to the law, that people don´t realize how lucky they are.”

15 years ago, Germany, in contrast to Sweden, chose to legalize prostitution without any regulations and it turned out to produce hell on earth. I won´t talk in detail about it, Manuela Schon will do this afternoon. But just to give you a couple of examples: before I came here, two police inspectors had briefed me. Helmut Sporer said that prostitution has risen up to 30% since 2002. We have made a huge mistake implementing this law and have gone the totally wrong way. Prostitution has nothing to do with sexual liberation, it is just money that counts, Sporer says. The profit of this business is enormous: we are talking about 15 billion Euros of transactions every year.

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