Pressemitteilung zum Weltfrauentag

Seit Beginn Putins Krieg in der Ukraine sind über eine Millionen Menschen auf der Flucht. Frauen und Kinder sind oft auf sich allein gestellt, weil die Ukraine alle Männer im Alter von 18 bis 60 Jahren für den Kriegsdienst mobilisiert hat.

„Es ist traurig, aber leider nicht neu», sagt Irene Hirzel vom Beratungs- und Schulungs-zentrum gegen Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung «ACT212». „Menschenhandel sei ein grosses Business, das von Kriegen befeuert werde. Wenn Menschen fliehen müssen, sind sie in einer vulnerablen Situation und werden Ziel von Schleppern. Diese wollen Geld verdienen und interessieren sich nicht für die Menschen, nur für den Gewinn“, so Hirzel.

„Am Tag der Invasion sind die Google-Suchen nach «Ukrainian girls» massiv angestiegen und bleiben seither hoch. Das gleiche Phänomen ist laut Hirzel auf Pornoseiten zu beobachten. Fälle von Ukrainerinnen, die in die Fänge von Menschenhändlern gerieten, seien schon nach der russischen Annexion der Krim im Jahr 2014 gemeldet worden.“

Die Menschenhändler befriedigen damit die Nachfrage von Sexkäufern, die in Deutschland seit der Liberalisierung der Prostitution explodiert ist. Die deutsche Regierung verurteilt geschlossen und zurecht Putins Krieg in der Ukraine, sie bleibt jedoch einer Gesetzgebung gegenüber blind, die der sexuellen Ausbeutung von Frauen und Kindern in Deutschland Tür und Tor geöffnet hat. So kann die Flucht vor Putins Krieg für manche Ukrainerinnen zum Albtraum in Deutschland werden.

Deshalb fordern wir ein Sexkaufverbot nach Nordischen Modell jetzt! Weiterlesen

Therapie und Arbeit mit Sexkäufern

©Ein Vortrag von Dr. Ingeborg Kraus, am 11. November 2021 in Selb im Rahmen der internationalen Konferenz zu Zwangsprostitution und Menschenhandel.

Hier auch als PDF: Therapie und Arbeit mit Sexkäufern

 Karlsruhe, den 13.02.2022. 

Therapie und Arbeit mit Sexkäufern / Freiern / Prostitueurs

Inhaltsübersicht:

1. Der Freier: Eine soziale Konstruktion.
2. Studien über Sexkäufer.
–  Claudine Legardinier und Said Bouamama.

– Melissa Farley: Komparative Studie zwischen Sexkäufer und Männern, die keine Sexkäufer sind.
– Schwedischer Soziologe Mansson: Prostitution als Spiegel gesellschaftlicher Werte.
– Prostitution bringt auch Männer nicht weiter.
3. Mythos des netten Freiers.
4. Abspaltung und Gleichgültigkeit.
5. Sexkäufer in Freierforen.
6. Was macht es mit einer Gesellschaft?
– Sexkauf ist normalisiert. Eine Generation von Sexkäufer wird in Deutschland herangezogen.
– Sexuelle Gewalt erhöht sich dadurch im Allgemeinen in der Gesellschaft.
– Schattenfrauen
7. Therapeutische Erfahrungen mit Sexkäufern.
8. Was hat in der Therapie geholfen?
9. Bewusstseinswandel in der Gesellschaft.
10. Eine Schule für Sexkäufer: Frankreich als Beispiel.
11. Ausblick: Was muss dringend geschehen?

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Pressemitteilung anlässlich des Internationalen Tages gegen Prostitution

Prostitution zerstört Menschen. Sie ist schwere Gewalt. Prostitution als Arbeit zu bezeichnen verschleiert die Gewalt und ist dafür verantwortlich, dass Frauen in diese Gewalt abrutschen wo sie nur schwer wieder rauskommen. Prostitution kann und darf weder als Arbeit noch als Option dargestellt werden.

Die liberale Prostitutions-Gesetzgebung in Deutschland kommt einer kollektiven Entwürdigung von Frauen gleich und hat dazu beigetragen, dass Gewalt gegen Frauen gesamtgesellschaftlich gestiegen ist. Sie zementiert die Ungleichheit zwischen Mann und Frau und kommt einer Kapitulation vor der männlichen Gewalt gegen Frauen gleich. Sie wirkt als Katalysator für Zwangsprostitution, Zuhälterei und Menschenhandel und hat Deutschland zum Bordell Europas gemacht.

Die deutschen PolitikerInnen tragen eine historische Verantwortung in der Entwicklung einer Sexindustrie, die täglich tausende Opfer sexueller Ausbeutung verursacht. Der deutsche Staat verstößt somit gegen sein eigenes Grundgesetz und ignoriert im hohen Maße Europäische Empfehlungen, die effektiv gegen Menschenhandel und Gewalt an Frauen wirken.

Vor dem Hintergrund dieses politischen Komplett-Versagens aller etablierten Parteien brauchen wir einen sofortigen Kurswechsel durch die Einführung der Freierbestrafung nach Nordischem Modell.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ingeborg Kraus

Zum Weiterlesen: https://www.trauma-and-prostitution.eu/2020/09/14/das-nordische-modell-zu-prostitution/

AFGHANISTAN  

In den letzten 3 Wochen haben uns die Bilder aus Afghanistan den Atem geraubt: Der kampflose Fall Kabuls; der dramatische Abzug der Alliierten; der Bombenanschlag der ISIS-K am Flughafen mit vielen Toten, sowohl US-SoldatInnen als auch Einheimische; die vielen Verbündeten, denen die Flucht über die Luftbrücke nicht gelang und die zurückblieben. Und heute die Taliban, die eine gewisse PR gelernt haben, ihre Ideologie jedoch nicht grundlegend verändert haben.

Die Verlierer sind die Frauen, alle Frauen! Schon vor dem Fall Kabuls wurde belegt, dass die Taliban in einigen von ihnen eroberten Gebieten die Bevölkerung aufgefordert haben, unverheiratete und verwitwete Frauen und Mädchen zwischen 15 und 45 Jahren zu melden. Warum? Um sie mit Taliban-Kämpfern zwangs zu verheiraten. Jede Frau ist heute in Afghanistan gefährdet, wenn sie sich nicht nach den Regeln der Scharia benimmt. Sie gilt dann als „Hure“ und wird nach den Regeln der Taliban bestraft: sie wird öffentlich ausgepeitscht, ihre Finger/Hände abgeschnitten oder sie wird erschossen/gesteinigt. Wegen kleinsten Vergehen ist alles möglich. Frauen haben keinerlei Rechte mehr! Und aus meiner therapeutischen Praxis mit afghanischen Geflüchteten in Deutschland konnte ich erfahren, dass die Taliban auch Frauen von ihren ermordeten Feinden sexuelle Gewalt zufügen und sie auch in einigen Fällen als Sexsklavinnen benutzen. Sexuelle Gewalt wird auch hier als Waffe eingesetzt. Übrigens auch an Jungs.

Viele afghanische Frauen, die sich im gestürzten Regime für die Freiheit eingesetzt haben, sind heute in ihrem Leben bedroht. Dafür, was für uns selbstverständlich ist, dafür müssen sie sterben. Sie haben sich für die Aufklärung und die Menschenrechte eingesetzt. Es sind mutige Frauen, jung und kämpferisch. Manche werden per Steckbrief von den Taliban gesucht. Sie verstecken sich und leben in Todesängsten. Weiterlesen

Das Nordische Modell zu Prostitution – Ein Perspektivwechsel zum Schutz der Menschenwürde


Corona hat sichtbar gemacht, was Prostitution ist und wohin sie die Frauen führt: und zwar ins NICHTS! Viele prostituierte Frauen sind von einem Tag auf den anderen mittellos und obdachlos geworden, da sie keinen Wohnsitz hatten, sondern nur im Bordell wohnten. Die Mehrheit wurde von ihren Zuhältern in die Heimat zurückgeführt.

16 Bundestagsabgeordnete[1] von CDU und SPD haben sich Mitte Mai öffentlich für das Nordische Modell positioniert und kritisieren den liberalen Weg, den Deutschland mit dem Prostitutionsgesetz von 2002 und dem Prostituiertenschutzgesetz von 2017 eingeschlagen hat. Immer mehr wird in der Politik darüber debattiert, aber Medien berichten oft nur oberflächlich darüber, welche Gesetzgebung die Beste ist. Die Profiteure des Systems haben noch einen sehr großen Einfluss und sind weiterhin mit ihren Verharmlosungen der Prostitution sehr erfolgreich, sodass sich weiterhin viele PolitikerInnen davon beeinflussen lassen haben. Es ist erstaunlich, dass gerade die Parteien des linken Spektrums (SPD, Grüne und Linke), die ja Kapitalismuskritik und Frauenrechte hochhalten, mehrheitlich Prostitution weiterhin als Arbeitsoption betrachten und unreflektiert die Mythen über Prostitution repetieren und so gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen, die zulassen, dass Frauen zur Billigware degradiert und sexuell ausgebeutet werden.

In diesem Text will ich diese Lügen entlarven und alle Menschen dazu auffordern einen Weg einzuschlagen, der sexuelle Gewalt nicht mehr als sexuelle Dienstleistung betrachtet. Denn solange Sexkauf legal ist, bleibt diese Form der sexuellen Gewalt gegen Frauen straflos.

Von Dr. Ingeborg Kraus, Karlsruhe, den 12.7.2021.

Hier auch den Text als PDF-Datei: Das nordische Modell-pdf-1 Weiterlesen

Sex, Scham, Schmerz – Artikel von Sebastian Mayr in der Augsburger Allgemeinen am 14.05.2021

Dieser Artikel erschien am 14.05.2021 in der Augsburger Allgemeinen in der überregionalen Printversion. Er zeigt was Prostitution wirklich ist und erklärt die schweren Traumafolgen, die oft für Aussenstehende nicht sichtbar sind. Hier kann man den ganzen Artikel lesen:  PDA-14052021-AZ@NU-003_SE3

Und hier ist der Link zur Online-Version: https://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Region-Ulm-Corinna-war-Prostituierte-heute-kaempft-sie-gegen-ihr-Trauma-id59685801.html

Die Geschichte von Liliam Altuntas – Betroffene von Kinderhandel

Liliam Altuntas hat lange auf diesen Tag gewartet: Sie wollte in Deutschland in der Öffentlichkeit sprechen, sie wollte ihre Geschichte erzählen um zu sagen was ihr in diesem Land Wiederfahren ist. Sie wollte in der Sprache ihrer Täter sprechen: Auf Deutsch. Deutschland verließ sie schon vor Jahren, sie bemühte sich aber die Sprache nicht zu vergessen um eines Tages darüber zu sprechen, was ihr in Deutschland angetan wurde, was ihr hier gestohlen wurde.

Im anliegenden Video dürfen wir Liliam Altuntas sprechen hören. Einen ganz großen Dank an Sandra Norak, die dies ermöglichte.

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Wissenschaftliche Studien zu Gewalt, Traumafolgestörungen und Vor-Traumatisierungen bei Menschen in der Prostitution

Ein Text von Ingeborg Kraus, Karlsruhe, den 19.8.2020. Hier der Text als PDF-Format: Prostitution- Ein Krieg gegen Frauen-pdf1

Einführung: In letzter Zeit werden wieder Texte von Prostitutions-Befürwortern veröffentlicht, die Prostitution als Job wie jeden anderen darstellen und traumatische Folgen bestreiten. Das kann vielleicht für diejenigen auch so sein. Sie stellen aber nur eine kleine Minderheit dar und üben Prostitution oft mit körperlichem Abstand aus, meistens in Domina Studios. Hier habe ich ein paar Studien zusammengefasst, die auf ganz andere Schlussfolgerungen kommen. Es gibt noch viel mehr Studien die immer auf die gleichen Zahlen kommen: Prostitution ist gefährlicher als in den Krieg zu ziehen! Wir müssen daraus ableiten, dass Prostitution ein Krieg ist, der sich auf den Frauenkörpern austrägt.

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Prostitution kann nicht als ein Job wie jeder andere betrachtet werden, da sie traumatisierend ist. Zahlreiche Studien haben belegt, dass das Risiko in der Prostitution eine Posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln höher liegt als im Krieg zu sein. Weiterlesen