Coalition to End Sexual Exploitation – Global Summit – June 12-15, 2019 Washington D.C.

Vom 12. bis 15. Juni 2019 wird in Amerika die größte Konferenz zur Bekämpfung sexueller Ausbeutung stattfinden. Ich (Ingeborg Kraus) freue mich sehr, zusammen mit Sandra Norak, dabei zu sein. Wir werden über verschiedene Themen berichten: Dissoziation und Täterintrojekte bei Opfern sexueller Ausbeutung, die verheerenden Auswirkungen der deutschen Gesetzgebung zu Prostitution und die Erfolge und weiteren Herausforderungen der deutschen abolitionistischen Bewegung in Deutschland. Hier finden Sie das ganze Programm: CESE Summit 2019

Aktenzeichen XY Spezial – Loverboy-Masche

Die Spezialsendung Aktenzeichen XY vom 27.03.2019 über die Lover-Boy-Masche mit Sandra Norak , Dr. Ingeborg Kraus und Bärbel Kannemann (von No-Loverboy e.V.) ist nun auf Youtube. Fast 6 Millionen Fernsehzuschauer waren Live dabei!

Wie erkennt man Loverboys? Wie können Eltern erkennen ob ihr Kind ein Opfer ist? Was können Betroffenen tun? Hier finden Sie Antworten: ZDF-Infos über die Loverboy-Masche

Den Film mit anschließender Live-Sendung können Sie hier Nachsehen:

70 Jahre Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

Vom 22. bis 25. Mai hat die Bundesrepublik Deutschland ihr 70 Jahre altes Grundgesetz gefeiert. Ein großes Bürgerfest mit dem Motto „die Würde des Menschen ist unantastbar“ fand in Karlsruhe am Schlossplatz statt, wo viele Informationsstände von politischen Organen waren, die das Haus unserer Demokratie ausmachen.

Zusammen mit Brigitte waren wir auch dort und wollten mal wissen, wie ernst unsere GesetzesvertreterInnen und Bürger es mit der Würde und Gleichstellung nehmen und sind mit ihnen ins Gespräch gekommen.

Erster Stopp war die Europa-Union in Karlsruhe:

Guten Tag! Gehen Sie zu Prostituierten? Nein. Konsumieren Sie manchmal Pornografie? Nein. Was denken Sie über Prostitution, sollte sie abgeschafft werden? Es ist das älteste Gewerbe der Welt. Ja aber die Sklaverei war doch auch so alt wie der Mensch und wurde verboten….

Fazit: an diesem Stand soll also kein einziger Mann bei Prostituierten gewesen sein oder jemals ein Pornoheft in der Hand gehabt haben? Keiner von Weiterlesen

Vortrag von Manfred Paulus – Erster Kriminalhauptkommissar a.D.

Es lohnt sich diesen Vortrag von Manfred Paulus bei den SeeGesprächen anzuhören: „unser Rechtsstaat wird vorgeführt“. Er zitiert Iana Matei, eine rumänische Psychologin und Fachfrau in dem Gebiet: „Wir müssen nicht nur gegen Menschenhandel, gegen Frauen- und Kinderhandel nach Westen hin ankämpfen, wir müssen auch gegen den Umgang Deutschlands und gegen die Sprache, die in Deutschland verwendet wird ankämpfen. Wir müssen hier eine zweite Front eröffnen. Bei den Begriffsbestimmungen im ProstSchutzGesetz steht: Prostituierte sind Personen, die sexuelle Dienstleistungen erbringen. 90% sind Ausländerinnen! Nach Meinung des Gesetzgebers sind sie Prostituierte die sexuelle Dienstleistungen erbringen. Das ist Fatal und höchst Problematisch! da dieser begriff Freiwilligkeit beinhaltet. Der Gesetzgeber geht also davon aus, dass diese Frauen freiwillig der Prostitution nachgehen. Schon in der Sprache liegt das Problem! Das ist die Sprache, die Iana Matei zurecht angreift. Denn so wird Rechtsstaatlichkeit suggeriert, so wird es schön gemalt obwohl es mit der Realität wenig zu tun hat. In Wirklichkeit handelt es sich hier um Sexsklaverei.“

Hier der Link, veröffentlicht am 26.04.2019: Menschenhandel und Sexsklaverei – Tiefer Schatten über Deutschland – Kommissar a.d. Paulus packt aus

Gegen den Hass – Nordisches Modell jetzt!

Rede von Dr. Ingeborg Kraus auf dem 3. Weltkongress gegen die sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen in Mainz. 03.04.2019 https://www.capworldcongress.org – Lektorat: Angelika Fischer – Foto: Lena Reiner (Menschenfotografin)

Ich möchte diese Rede an unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel richten und an den deutschen Staat. Aus der ganzen Welt sind heute Menschen nach Deutschland gekommen weil Sie sich über die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland ernsthaft Sorgen machen. Ich hoffe, dass die deutschen Politiker und Politikerinnen auch anfangen sich Sorgen zu machen.

Das System Prostitution ist ein System der Gewalt die viele Gesichter hat: 

Es fängt schon bei der Bekleidung an: denn Gewalt ist auch zum Beispiel das völlige Nacktsein oder die leichte Bekleidung im Freien bei winterlichen Temperaturen. In der Straßenprostitution herrschen zudem mangelnde Hygienezustände, kein Schutz, keine Sicherheit, Dunkelheit, man ist den taxierenden Blicken ausgesetzt …
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Mainzer Erklärung

Mainz, am 4. April 2019.

Initiativen, Vereine, Organisationen oder Personen, die sich ihr anschließen wollen, können eine kurze Mail an CAP schreiben (contact@cap-international.org) oder sich auf dem englischen Originaltext eintragen.

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Offener Brief an die deutsche Kanzlerin, die deutsche Regierung und den deutschen Bundestag.

  • Verbieten sie Sexkauf und Bordellbetrieb!
  • Bieten Sie den Opfern der Prostitution echte Alternativen und Ausstiegsmöglichkeiten!
  • Beenden Sie umgehend die staatlich geförderte sexuelle Ausbeutung von Frauen, die die Menschenwürde und Deutschlands Verpflichtungen unter internationalen Menschenrechtsgesetzen verletzt!

Wir, deutsche und internationale Überlebende der Prostitution und des Menschenhandels zum Zweck der sexuellen Ausbeutung, Nichtregierungsorganisationen, die unmittelbar und direkt die Opfer dieser Verbrechen unterstützen, Aktvistinnen und Aktivisten für Menschen- und Frauenrechte, Organisationen und Bewegungen, die alle Formen sexueller und sexistischer Gewalt bekämpfen, sind durch die deutsche Gesetzgebung und öffentlichen Ansätze zur Prostitution schockiert, verletzt und zutiefst erschreckt. Seit 2002 hat Deutschland ein System massiver sexueller Ausbeutung und Menschenrechtsverletzungen an den ärmsten und gefährdetsten Frauen organisiert und geschützt.

Anlässlich des 3. Weltkongresses gegen die sexuelle Ausbeutung an Frauen und Mädchen in Mainz versammelt, rufen wir die deutsche Kanzlerin, die Regierung und den Bundestag feierlich dazu auf, der staatlich geförderten sexuellen Ausbeutung der gefährdetsten Frauen sofort ein Ende zu bereiten.

Um dies zu erreichen, fordern wir die deutsche Regierung dazu auf:

  • ihren internationalen Verpflichtungen durch die Kriminalisierung der Ausbeutung der Prostitution einschließlich des Bordellbetriebs und jeglichen Profits aus der Prostitution anderer nachzukommen;
  • anzuerkennen, dass die Bezahlung sexuellen Zugangs zum Körper einer anderen Person wegen deren finanzieller Nöte und nicht deren körperlichen Begehrens eine Form sexueller und sexistischer Gewalt darstellt und den Kauf von Sex zu verbieten;
  • sicherzustellen, dass prostituierten Individuen weder Strafen noch besondere Kontrollen oder Registrierungen auferlegt werden, da diese für ihre eigene Ausbeutung weder Strafen noch Kontrollen unterworfen sein sollen;
  • auf Bundesebene Richtlinien zum Ausstieg aus der Prostitution mit ausgestatteten Programmen einzuführen, die den Opfern der Prostitution und des Menschenhandels Schutz, Begleitung, sowie soziale und finanzielle Unterstützung bieten. Diese Programme müssen Sozialwohnungen, Aufenthaltsgenehmigungen für ausländische Opfer, medizinische und psychologische Gesundheitsversorgung, Bildung und Zugang zu Berufsmöglichkeiten enthalten;
  • die Verantwortung des deutschen Staates für die sexuelle Ausbeutung mehrerer hunderttausender Frauen anzuerkennen und den Opfern der Prostitution und des Menschenhandels, deren Ausbeutung in den deutschen, staatlich zugelassenen Bordellen durch die Gesetzgebung zur Prostitution in der Jahre 2002 und 2017 erlaubt und gefördert wurde.

Übersetzung: Abolition 2014

Prostitution: Weder Sex noch Arbeit!

Morgen beginnt der 3. Weltkongress gegen sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen in Mainz. SOLWODI Deutschland e.V, CAP International und „Armut und Gesundheit in Deutschland e.V.“ organisieren diesen Kongress. Eröffnet wird dieser Kongress am nachmittag des 2. April mit dem Survivors Day. Eine Gruppe von Überlebenden der Prostitution aus Deutschland und der Welt wird die deutschen Behörden dazu auffordern, ihre schädliche öffentliche Politik in Bezug auf Prostitution erneut zu überdenken. im rahmen einer internationalen öffentlichen Konferenz werden sich dann am 3. und 4. April 300 TeilnehmerInnen und 40 ReferentInnen aus 30 Ländern versammeln, darunter Überlebende der Prostitution und des Menschenhandels, VertreterInnen nationaler, regionaler und internationaler NGO´s, renommierte WissenschaftlerInnen und JournalistInnen, Ministerinnen und Abgeordnete sowie VertreterInnen internationaler Organisationen.


Diese öffentliche Konferenz wird sich mit den Realitäten von Prostitution und sexueller Ausbeutung in der Welt, ihren schwerwiegenden Auswirkungen auf die Gesundheit und ihren Folgen in Bezug auf sexuelle Gewalt und geschlechtsspezifische Ungleichheiten befassen. Es wird auch die äußerst Besorgnis erregende Situation in Deutschland, dem „Bordell Europas“ hervorgehoben. Mit diesem Weltkongress wollen die Organisatoren Bewusstsein und Empathie stärken, um die Isolation, Gleichgültigkeit, Ausbeutung und Diskriminierung von hunderttausenden Opfern von Prostitution un Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung zu brechen.


Internationale und deutsche NGOs werden gemeinsam konkrete Forderungen formulieren, um der herrschenden täterfreundlichen Gesetzgebung ein Ende zu bereiten und die Bedingungen für eine Gesellschaft ohne Prostitution und sexuelle Ausbeutung zu schaffen.
Hier das Programm: 3. Weltkongress in Mainz


Prostitution: weder Sex noch Arbeit, sondern eine der radikalsten Formen der sexuellen Ausbeutung!

Demonstrationsmarsch!

Rosen Hicher war 22 Jahre lang in der Prostitution in Frankreich tätig. 10 Jahre brauchte sie, um dem Rotlicht-Milieu zu entkommen. „Kaum eine Prostituierte wird nicht Opfer sexueller Gewalt“, sagt sie. „90% der Frauen in der Prostitution sind heutzutage Opfer krimineller Netzwerke, Opfer von Gewalt, die von Zuhältern und auch Freiern ausgeht.“

Rosen machte 2014 eine „Tour de France“ zu Fuß. Ihr Ausgangspunkt war Saintes, wo sie zuletzt als Prostituierte arbeitete. Ihr Ziel war Paris, wo sie ins Rotlichtmilieu rutschte und einst von Zuhältern angelernt wurde. Sie lief insgesamt 800 Kilometer. Ihr damaliger Demonstrationsmarsch hat durchaus Gehör gefunden, da das französische Parlament, auch bedingt durch diesen Marsch, für die Abolition der Prostitution und die Einführung der Freierbestrafung stimmte. Weiterlesen

Agenda 2030 der Vereinten Nationen

Bild: Beatriz Sanchez Alvarez (Spanien), Ingeborg Kraus (Deutschland), Agnete Ström (Norwegen), Cherie Jimenez (USA)

„Deutschland wird für 2019/2020 einen Sitz im UN-Sicherheitsrat haben. Die Gleichstellung der Geschlechter ist eine Voraussetzung für eine globale nachhaltige Entwicklung und ein zentraler Grundsatz der Agenda 2030 der Vereinten Nationen. Es kann nicht sein, dass Deutschland eine Mit-Verantwortung für die Herstellung von Frieden auf der Welt anvertraut wird, Deutschland jedoch im eigenen Land, mit seiner Gesetzgebung zu Prostitution, einen Krieg gegen Frauen führt.“ Dr. Ingeborg Kraus, am 4. Februar in Madrid auf der Weltkonferenz in Madrid .

Sustainable Development Goal 5 (SDG 5) erinnert Regierungen daran, dass die Gleichstellung der Geschlechter die Beseitigung von Gewalt und Diskriminierung gegen Frauen und Mädchen erfordert, insbesondere die Beseitigung aller Formen von Gewalt gegen Frauen und Mädchen im öffentlichen und privaten Bereich, einschließlich Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung und andere Formen der Ausbeutung.

Deutschland: 17 Jahre nach Entkriminalisierung der Zuhälterei

Rede von Dr. Ingeborg Kraus in der Assemblée Nationale von Paris am 24. Mai 2018. Situation en Allemagne, 17 ans après la dépénalisation du proxénétisme.

Lektorat: Florence Humbert – Bild: Gemälde im Raum Colbert der Assemblée Nationale in Paris.

Diese Rede hat großen Zuspruch in der französischen Assemblée Nationale erhalten und auch dazu beigetragen, dass die neue Regierung den eingeschlagenen Kurs (von April 2016) nicht ändert. Ich habe nicht nur die dramatische Situation geschildert, die das ProstGesetz von 2002 hergestellt hat, sondern auch den deutschen Staat in die Verantwortung genommen. Deutschland trägt nämlich eine historische Verantwortung in der Legitimierung der sexuellen Ausbeutung von tausenden von Frauen durch die Sex-Industrie. Hier die wichtigsten Abschnitte von dieser Rede:

  • Das « deutsche Modell » hat die Frauen keineswegs geschützt, es ist für sie zur „Hölle auf Erden“ geworden.
  • Die Prostitution hat sich zu einer richtigen Industrie entwickelt, in der Frauenkörper zum Objekt reduziert und als Ware vermarktet werden.
  • Indem der deutsche Staat die Prostitution liberalisierte und den Sexkäufern eine vollständige Straffreiheit garantierte, hat er zu einer immensen Steigerung der Nachfrage beigetragen.
  • Diese Frauen sind den Gesetzen des kältesten Kapitalismus unterworfen: Ihre Körper werden aufs Maximale ausgebeutet. Wir beobachten die Art von inhumanen Arbeitsbedingungen, die -wie wir dachten- seit Beginn des 20. Jahrhunderts überwunden waren.
  • Der deutsche Staat lässt diese Frauen durch die Sexindustrie ausbeuten und zermalmen und schließt sie noch nicht einmal in sein Sozialsystem ein.
  • Es ist absurd über reproduktive Rechte von Frauen in der Prostitution zu sprechen, denn es geht hier nur um die Rechte des Sexkäufers, die ohne Einschränkungen garantiert werden sollen.
  • Die „freiwillige“ Prostitution ist oft schlimmer als die Zwangsprostitution.
  • Das System Prostitution benutzt die Traumatisierungen in der Kindheit für ihre eigenen Interessen und Profite. Diese Frauen wurden ein erstes Mal in ihrer Kindheit im Stich gelassen und werden nun ein zweites Mal durch eine staatliche Politik im Stich gelassen, die ihre Ausbeutung legitimiert.
  • Das deutsche Modell schürt Hass! Es verpestet menschliche Beziehungen. Ein Staat, der so ein System legalisiert, verbreitet Verachtung und Hass zwischen den Geschlechtern. Er zerstört Beziehungen und traumatisiert Familien über Generationen hinweg. Das deutsche Modell schürt auch Verachtung unter sozialen Klassen. Es spaltet die Bürger und Bürgerinnen eines Landes und trägt dazu bei, eine europäische Kohäsion zu verhindern.
  • Deutschland weigert sich hinzuschauen und die kriminellen Auswirkungen seines Gesetzes zu sehen, das Zuhälterei und sexuelle Ausbeutung in großem Maße ermöglicht hat.
  • Deutschland ist zum Zuhälter der vulnerabelsten Frauen Europas geworden.
  • Seitdem Frankreich das Gesetz von April 2016 eingeführt hat, spricht man nicht mehr vom nordischen Modell, sondern vom Gleichstellungs-Modell. Ich hoffe, dass Frankreich uns helfen wird, dieses Modell der Gleichstellung und Solidarität in Europa herzustellen. Deutschland, bedauerlicherweise, schafft es nicht!

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