Pressemitteilung anlässlich des Internationalen Tages gegen Prostitution

Prostitution zerstört Menschen. Sie ist schwere Gewalt. Prostitution als Arbeit zu bezeichnen verschleiert die Gewalt und ist dafür verantwortlich, dass Frauen in diese Gewalt abrutschen wo sie nur schwer wieder rauskommen. Prostitution kann und darf weder als Arbeit noch als Option dargestellt werden.

Die liberale Prostitutions-Gesetzgebung in Deutschland kommt einer kollektiven Entwürdigung von Frauen gleich und hat dazu beigetragen, dass Gewalt gegen Frauen gesamtgesellschaftlich gestiegen ist. Sie zementiert die Ungleichheit zwischen Mann und Frau und kommt einer Kapitulation vor der männlichen Gewalt gegen Frauen gleich. Sie wirkt als Katalysator für Zwangsprostitution, Zuhälterei und Menschenhandel und hat Deutschland zum Bordell Europas gemacht.

Die deutschen PolitikerInnen tragen eine historische Verantwortung in der Entwicklung einer Sexindustrie, die täglich tausende Opfer sexueller Ausbeutung verursacht. Der deutsche Staat verstößt somit gegen sein eigenes Grundgesetz und ignoriert im hohen Maße Europäische Empfehlungen, die effektiv gegen Menschenhandel und Gewalt an Frauen wirken.

Vor dem Hintergrund dieses politischen Komplett-Versagens aller etablierten Parteien brauchen wir einen sofortigen Kurswechsel durch die Einführung der Freierbestrafung nach Nordischem Modell.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Ingeborg Kraus

Zum Weiterlesen: https://www.trauma-and-prostitution.eu/2020/09/14/das-nordische-modell-zu-prostitution/

AFGHANISTAN  

In den letzten 3 Wochen haben uns die Bilder aus Afghanistan den Atem geraubt: Der kampflose Fall Kabuls; der dramatische Abzug der Alliierten; der Bombenanschlag der ISIS-K am Flughafen mit vielen Toten, sowohl US-SoldatInnen als auch Einheimische; die vielen Verbündeten, denen die Flucht über die Luftbrücke nicht gelang und die zurückblieben. Und heute die Taliban, die eine gewisse PR gelernt haben, ihre Ideologie jedoch nicht grundlegend verändert haben.

Die Verlierer sind die Frauen, alle Frauen! Schon vor dem Fall Kabuls wurde belegt, dass die Taliban in einigen von ihnen eroberten Gebieten die Bevölkerung aufgefordert haben, unverheiratete und verwitwete Frauen und Mädchen zwischen 15 und 45 Jahren zu melden. Warum? Um sie mit Taliban-Kämpfern zwangs zu verheiraten. Jede Frau ist heute in Afghanistan gefährdet, wenn sie sich nicht nach den Regeln der Scharia benimmt. Sie gilt dann als „Hure“ und wird nach den Regeln der Taliban bestraft: sie wird öffentlich ausgepeitscht, ihre Finger/Hände abgeschnitten oder sie wird erschossen/gesteinigt. Wegen kleinsten Vergehen ist alles möglich. Frauen haben keinerlei Rechte mehr! Und aus meiner therapeutischen Praxis mit afghanischen Geflüchteten in Deutschland konnte ich erfahren, dass die Taliban auch Frauen von ihren ermordeten Feinden sexuelle Gewalt zufügen und sie auch in einigen Fällen als Sexsklavinnen benutzen. Sexuelle Gewalt wird auch hier als Waffe eingesetzt. Übrigens auch an Jungs.

Viele afghanische Frauen, die sich im gestürzten Regime für die Freiheit eingesetzt haben, sind heute in ihrem Leben bedroht. Dafür, was für uns selbstverständlich ist, dafür müssen sie sterben. Sie haben sich für die Aufklärung und die Menschenrechte eingesetzt. Es sind mutige Frauen, jung und kämpferisch. Manche werden per Steckbrief von den Taliban gesucht. Sie verstecken sich und leben in Todesängsten. Weiterlesen

Das Nordische Modell zu Prostitution – Ein Perspektivwechsel zum Schutz der Menschenwürde


Corona hat sichtbar gemacht, was Prostitution ist und wohin sie die Frauen führt: und zwar ins NICHTS! Viele prostituierte Frauen sind von einem Tag auf den anderen mittellos und obdachlos geworden, da sie keinen Wohnsitz hatten, sondern nur im Bordell wohnten. Die Mehrheit wurde von ihren Zuhältern in die Heimat zurückgeführt.

16 Bundestagsabgeordnete[1] von CDU und SPD haben sich Mitte Mai öffentlich für das Nordische Modell positioniert und kritisieren den liberalen Weg, den Deutschland mit dem Prostitutionsgesetz von 2002 und dem Prostituiertenschutzgesetz von 2017 eingeschlagen hat. Immer mehr wird in der Politik darüber debattiert, aber Medien berichten oft nur oberflächlich darüber, welche Gesetzgebung die Beste ist. Die Profiteure des Systems haben noch einen sehr großen Einfluss und sind weiterhin mit ihren Verharmlosungen der Prostitution sehr erfolgreich, sodass sich weiterhin viele PolitikerInnen davon beeinflussen lassen haben. Es ist erstaunlich, dass gerade die Parteien des linken Spektrums (SPD, Grüne und Linke), die ja Kapitalismuskritik und Frauenrechte hochhalten, mehrheitlich Prostitution weiterhin als Arbeitsoption betrachten und unreflektiert die Mythen über Prostitution repetieren und so gesetzliche Rahmenbedingungen schaffen, die zulassen, dass Frauen zur Billigware degradiert und sexuell ausgebeutet werden.

In diesem Text will ich diese Lügen entlarven und alle Menschen dazu auffordern einen Weg einzuschlagen, der sexuelle Gewalt nicht mehr als sexuelle Dienstleistung betrachtet. Denn solange Sexkauf legal ist, bleibt diese Form der sexuellen Gewalt gegen Frauen straflos.

Von Dr. Ingeborg Kraus, Karlsruhe, den 12.7.2021.

Hier auch den Text als PDF-Datei: Das nordische Modell-pdf-1 Weiterlesen

Sex, Scham, Schmerz – Artikel von Sebastian Mayr in der Augsburger Allgemeinen am 14.05.2021

Dieser Artikel erschien am 14.05.2021 in der Augsburger Allgemeinen in der überregionalen Printversion. Er zeigt was Prostitution wirklich ist und erklärt die schweren Traumafolgen, die oft für Aussenstehende nicht sichtbar sind. Hier kann man den ganzen Artikel lesen:  PDA-14052021-AZ@NU-003_SE3

Und hier ist der Link zur Online-Version: https://www.augsburger-allgemeine.de/neu-ulm/Region-Ulm-Corinna-war-Prostituierte-heute-kaempft-sie-gegen-ihr-Trauma-id59685801.html

Die Geschichte von Liliam Altuntas – Betroffene von Kinderhandel

Liliam Altuntas hat lange auf diesen Tag gewartet: Sie wollte in Deutschland in der Öffentlichkeit sprechen, sie wollte ihre Geschichte erzählen um zu sagen was ihr in diesem Land Wiederfahren ist. Sie wollte in der Sprache ihrer Täter sprechen: Auf Deutsch. Deutschland verließ sie schon vor Jahren, sie bemühte sich aber die Sprache nicht zu vergessen um eines Tages darüber zu sprechen, was ihr in Deutschland angetan wurde, was ihr hier gestohlen wurde.

Im anliegenden Video dürfen wir Liliam Altuntas sprechen hören. Einen ganz großen Dank an Sandra Norak, die dies ermöglichte.

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Wissenschaftliche Studien zu Gewalt, Traumafolgestörungen und Vor-Traumatisierungen bei Menschen in der Prostitution

Ein Text von Ingeborg Kraus, Karlsruhe, den 19.8.2020. Hier der Text als PDF-Format: Prostitution- Ein Krieg gegen Frauen-pdf1

Einführung: In letzter Zeit werden wieder Texte von Prostitutions-Befürwortern veröffentlicht, die Prostitution als Job wie jeden anderen darstellen und traumatische Folgen bestreiten. Das kann vielleicht für diejenigen auch so sein. Sie stellen aber nur eine kleine Minderheit dar und üben Prostitution oft mit körperlichem Abstand aus, meistens in Domina Studios. Hier habe ich ein paar Studien zusammengefasst, die auf ganz andere Schlussfolgerungen kommen. Es gibt noch viel mehr Studien die immer auf die gleichen Zahlen kommen: Prostitution ist gefährlicher als in den Krieg zu ziehen! Wir müssen daraus ableiten, dass Prostitution ein Krieg ist, der sich auf den Frauenkörpern austrägt.

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Prostitution kann nicht als ein Job wie jeder andere betrachtet werden, da sie traumatisierend ist. Zahlreiche Studien haben belegt, dass das Risiko in der Prostitution eine Posttraumatische Belastungsstörung zu entwickeln höher liegt als im Krieg zu sein. Weiterlesen

Offener Brief an die EKD & die Diakonie Baden

Offener Brief an die Evangelische Kirche in Deutschland, die Diakonie Baden und den Dekan der evangelischen Kirche Karlsruhe.

Karlsruhe, den 29.01.2021. Hier der Brief in PDF-Format: Offener Brief an die Diakonie-pdf2

Sehr geehrte Mitglieder des Rates der EKD, Sehr geehrte Mitglieder des Aufsichtsrates der Diakonie Baden, Sehr geehrter Herr Dekan Dr. Thomas Schalla,

vom 25.11. bis 10.12.2020 fand auch in Karlsruhe die weltweite Kampagne „Nein zu Gewalt an Frauen“ statt. Viele Gebäude wurden in Orange beleuchtet. So sollte das Problem von den Bürgern und Bürgerinnen stärker wahrgenommen werden. Zugleich riefen Gleichstellungsbeauftragte auf nicht weg zu schauen.[1]

Mit Erschütterung musste ich im Januar erfahren, dass das Diakonische Werk Karlsruhe in dieser Zeit eine Kooperation mit vielen Bordellbetreibern der Stadt Karlsruhe und Umgebung getroffen hat!

Mit diesem Schreiben fordere ich die Diakonie Baden auf, sich von diesen Kooperationen komplett und öffentlich zu distanzieren. Es soll auch überprüft werden, ob die Leitung der Diakonie Karlsruhe unter Herrn Stoll, den Zielen und den Bemühungen der Stadt Karlsruhe, sowie den vielen Organisationen, AktivistInnen und engagierte Bürgerinnen im Kampf gegen Gewalt an Frauen noch gerecht wird. Desweiteren fordere ich die Diakonie Baden auf, ihre Haltung zu Prostitution zu ändern, genauso wie es die Evangelische Kirche in Heidelberg getan hat. Hier ein Auszug aus ihrer Stellungnahme[2]dazu:

  • Prostitution entspringt immer einer Notsituation und ist somit nie freiwillig.
  • Prostitution bedeutet Abhängigkeit.
  • Prostitution macht körperlich und psychisch krank und ist deshalb eine Form der Körperverletzung.
  • Prostitution verletzt die Menschenwürde. 

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Landtag NRW diskutiert Prostitution mit den Profiteuren des Systems!

Folgende Stellungnahme wurde an die Ausschussmitglieder des Ausschusses für Gleichstellung und Frauen und des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales verteilt.

Betreff: Stellungnahme zur Anhörung des Ausschusses für Gleichstellung und Frauen am 14. Januar 2021 (13.30 Uhr) zum Thema: „Nein! Zum Sexkaufverbot des Nordischen Modells – Betroffenen helfen und nicht in die Illegalität abschieben.“

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe mit Erschütterung erfahren, dass für die Anhörung im Landtag am 14. Januar fast nur ProstitutionsbefürworterInnen und Profiteure des Systems Prostitution eingeladen wurden. Sind Sie sicher, dass Sie mit diesen Menschen gut beraten sind? Es ist nämlich eine absurde Situation! Vergleichbar mit einer Klimakonferenz, die sich ausschließlich von Ölkonzernen beraten lassen würde.

Sie werden wichtige Entscheidungen zum Schutz der Frauen und zum Schutz der Menschenwürde treffen. Deshalb bitte ich Sie, sich richtig zu informieren und sich nicht von falschen Informationen und Mythen über Prostitution beirren zu lassen. Ich schicke Ihnen deshalb 2 wichtige Texte dafür:

Die Stellungnahme von Sandra Norak im Rahmen der öffentlichen Anhörung in Ihrem Landtag am 5. Juli 2019.

Ein Text von mir über das Nordische Modell und den Mythen über Prostitution.

Die französische Nationalversammlung entschied sich am 16. April 2016 für die Einführung der Freierbestrafung mit folgender Begründung:„Prostitution ist körperliche, psychische und sexuelle Gewalt, ein Angriff auf die Menschenwürde und widerspricht dem Gleichheitsgrundsatz zwischen Mann und Frau.“ Hier stellt sich mir die Frage, warum es in Deutschland so schwer ist, sich für das fortschrittliche „Nordische“ Modell einzusetzen, denn eine Frau in Deutschland sollte doch nicht weniger Wert sein als eine Frau in Frankreich.

Ihre Entscheidung werden Sie im Sinne des Schutzes der Frauen treffen müssen und nicht im Sinne der Profiteure des Systems.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. phil. Dipl.- Psych. Ingeborg Kraus

Bundesweite Proteste!

Die Wiedereröffnung der Bordelle und die Legalisierung von Sexkauf lassen jede Corona-Verordnung und jeden Appell an die Bürgerinnen und Bürger absurd erscheinen. Deswegen werden bundesweit in der Woche vom 23. bis 31. Oktober 2020 Proteste stattfinden. Menschenrechtsorganisationen, Initiativen, Bürgerinnen und Bürger werden in vielen deutschen Städten auf die Straße gehen und gegen diese Absurdität demonstrieren. Sie fordern Folgendes:

Die Corona-Pandemie hat die katastrophalen Zustände in der Prostitution deutlich gemacht. Viele prostituierte Frauen haben weder eine Wohnung, eine Krankenversicherung, noch finanzielle Rücklagen. Sie sind ständiger psychischer und körperlicher Gewalt ausgesetzt, deren Folge oft posttraumatische Belastungsstörungen sind. Sie müssen sich prostituieren, um überleben zu können, weil Alternativen und Unterstützung fehlen. Zusätzlich zu dieser krank machenden Tätigkeit sind sie momentan in hohem Maße einer gefährlichen Infektion ausgesetzt.

Anstatt Frauen flächendeckende und aus Steuern finanzierte Ausstiegshilfen zu bieten, öffnen die Bundesländer unter Hygieneauflagen die Bordelle wieder. Die Umsetzung dieser Hygiene-Konzepte ist äußerst fragwürdig. Es ist absurd zu denken, dass Freier ihre Kontaktdaten angeben oder sich an eine Maskenpflicht halten. Das bestätigt ein kurzer Blick in Freier-Foren. Auch ist nicht nachvollziehbar, warum Freier Frauen gegen Geld in jegliche Körperöffnungen penetrieren dürfen, während die Bevölkerung Mindestabstände und die Maskenpflicht einzuhalten hat. Weiterlesen