Darf die Vagina Arbeitswerkzeug sein?

Rede von Dr. Ingeborg Kraus in der Urania auf der Veranstaltung „Sexarbeit“ – der zerschmetterte Mythos. Berlin, am 03.12.2017. 

Ich möchte mich bei den Veranstalterinnen bedanken. Insbesondere bei Rachel Moran und Julie Bindel. Ohne sie hätte diese Buchvorstellung nicht stattgefunden.

Wenn wir Glück haben, werden wir vielleicht noch eine Regierung in diesem Jahr bekommen. Wir beobachten momentan Politiker, die nun seit 8 Wochen miteinander reden und zu einem Null Ergebnis gekommen sind. Zu sehen sind Politiker, die nicht reden wollen, die sich jeglicher Diskussion entziehen. Dann erfährt man, dass ganze Nächte darüber diskutiert wird, wie man manche zum Diskutieren bringt. Es scheint mir, als würde man nicht über die Probleme des Landes reden, sondern nur noch über Konstellationen.

Bundespräsident Frank Walter Steinmeier hat recht, wenn er sagt, dass es nicht sein kann, dass die politischen Kräfte des wirtschaftlich stärksten Landes Europas ihrer politischen Verantwortung nicht nachgehen. Alle Parteien sind dem Gemeinwohl verpflichtet. Sie dienen unserem Land und ihre Verantwortung geht weit über die eigenen Interessen hinaus.

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Unterschreiben Sie die Petition!

Die Gesetzesform zur Prostitution ist im Juli 2017 umgesetzt worden. LobbyistInnen jubeln schon jetzt über dieses „Prostitutionsschutzgesetz“, das ihnen kaum Grenzen setzt. Die wichtigsten Punkte fehlen oder sind bis zur Wirkungslosigkeit aufgeweicht. Mit solch einer „Reform“ wird Deutschland auch in Zukunft ein Eldorado für Frauenhändler und Einreiseland für Sextouristen bleiben. Das muss gestoppt werden!

Das Bündnis „Stop Sexkauf“ fordert eine grundlegende Neuausrichtung des Prostitutionsgesetzes in Deutschland und hat eine weltweite Petition in 5 Sprachen gestartet. Im Ausland sind namhafte Organisationen „entsetzt“ über die inhumanen Verhältnisse im deutschen Prostitutionsgewerbe und international steht das Pro-Prostitutionsland Deutschland heute fast allein da. Diese Petition drückt auch eine weltweite Empörung gegenüber Deutschland aus! Wir brauchen dringend Eure/Ihre Hilfe, daher bitten wir um Unterzeichnung und Weiterleitung dieser Petition!

Hier kommen Sie zur Petition

Prostitution can not be regulated, it has to be abolished!

Dr. Ingeborg Kraus, Pamplona/Spain, 26.10.2017. 

On the picture: Ingeborg Kraus, Sonia Sanchez and Sheila Jeffreys.

Thank you for inviting me here to this international conference in Pamplona, to all the organizations that have made this possible, and especially Sara Vicente from the “Comision para la investigacion de malos tratos a mujeres”.

15 years ago, nearly at the same time, Sweden and Germany have choosen a complete different way how to deal with prostitution. Sweden decided to punish the sex buyers and Germany exactly the opposite. Time has gone and we can now see without any misunderstandings, which model has been the most protective for the women and the society.

Prostitution has always been legal in Germany, except a short period of time in the early 20th century.[1] Germany instituted a law in 2002 that tried to make out of prostitution a job as any other. The politicians thought, that it wasn´t prostitution itself that was the problem, but the discrimination of the women by the society and the lack of rights they had. Considering the problem from this perspective, they wanted to strengthen the women as best as possible. (They said): Prostitution should not be seen any more as something “against the good morals“, but as a job. For now on, the women were considered as workers, “sex workers.” And if they are workers, they should have the same rights as any other worker that run a business or is employed somewhere, like having a social security or if their rights are not respected, they should have the right to enforce a claim by legal action. The state didn´t want to put any regulations concerning the sex practices. They said that nobody can say how people should have sex. As they run a business, they are also allowed to make publicity for it. So the new law cancelled the restriction of promoting prostitution. Pimping became forbidden.

Fifteen years after passing the law, what are the outcomes? Weiterlesen

Abolition means Love!


This is the introduction of a lecture held in Stockholm, Sweden on October 2, 2017 for „the conference on the sex trade“, organized by TALITA.

Dr. Ingeborg Kraus

Last year I went on a tour with Simon through Canada and we were a really good team: I was the “baddy”, talking about the situation in Germany and he was the “goody”, offering solutions. And then he said: “Well, Ingeborg, you should come to Sweden, too.” I asked him: “What can I do in Sweden? People will chase me.” “No, you know”, he said, “we are so used to the law, that people don´t realize how lucky they are.”

15 years ago, Germany, in contrast to Sweden, chose to legalize prostitution without any regulations and it turned out to produce hell on earth. I won´t talk in detail about it, Manuela Schon will do this afternoon. But just to give you a couple of examples: before I came here, two police inspectors had briefed me. Helmut Sporer said that prostitution has risen up to 30% since 2002. We have made a huge mistake implementing this law and have gone the totally wrong way. Prostitution has nothing to do with sexual liberation, it is just money that counts, Sporer says. The profit of this business is enormous: we are talking about 15 billion Euros of transactions every year.

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Deutschland, das Land der betrogenen Frauen

Ex-Freier fordert: Sexkaufverbot jetzt!

Vor dem größten Möbelkaufhaus in Karlsruhe stehen zwei Werbeplakate nebeneinander: für ein Laufhaus und für Hochzeiten. Unverbindlichen Sex kaufen oder eine Liebesbeziehung eingehen und sich die Treue schwören? In Deutschland steht beides scheinbar gleichwertig nebeneinander und das schockiert anscheinend niemanden mehr. Prostitution hat jedoch nicht nur verheerende Auswirkungen auf die Frauen in der Prostitution sondern auch auf die betrogenen Frauen.

In diesem Interview spricht ein ehemaliger Freier über die Folgen seines Handelns auf seine Frau und fordert ein Sexkaufverbot. Die Pornografie war der Einstieg in die Prostitution. Als seine Frau sein Doppelleben aufdeckte, sagte sie „er habe ihr gemeinsames Leben vollständig in Schutt und Asche gelegt“. Sie sei völlig zusammengebrochen. „Ihr wurde sozusagen der Boden des Vertrauens, auf dem sie die Ehe sicher glaubte, unter den Füßen weggezogen, so dieser Ex-Freier heute. Sie litt lange unter schweren posttraumatischen Belastungsstörungen – wie sonst z. B. Folteropfer das tun – und entwickelte Herzrhythmusstörungen, die bis heute noch nicht vorbei sind. Seine Frau konnte nach dem Ereignis auch lange nicht arbeiten.“

Diese tragischen „Kollateralschäden“ der Prostitution sind bis heute überhaupt nicht im Fokus. „Geht man davon aus, dass es natürlich nicht immer die gleichen 1,2 Millionen Männer sind, die jeden Tag zu Prostituierten gehen, und davon dass es eine große Anzahl verheirateter oder in einer eigentlich festen Beziehung lebender Freier sind, ist alleine die Zahl der betroffenen betrogenen und bei Aufdeckung entsprechend seelisch verletzten Frauen sicherlich ohne Übertreibung im zweistelligen Millionenbereich“.

Das Interview führte Dr. Ingeborg Kraus. 28.09.2017

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Conference on the sex trade. Stockholm 02.10.2017

Mit Gail Dines und Ingeborg Kraus. 

1999 hat Schweden den Weg der Freierbestrafung eingeschlagen, Deutschland hat sich 2002 für die Legalisierung der Prostitution entschieden. 15 Jahre danach: Was sind die Resultate? In welchem Land erfahren die Frauen in der Prositution mehr Schutz? Wie wirken sich die Gesetze auf die Gesellschaft aus? Welches Modell ist am effektivsten im Kampf gegen den Menschenhandel? Es ist Zeit Bilanz zu ziehen.

Program:

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Keine einzige etablierte Partei nimmt eine klare Stellung zur Prostitution ein. Das ist eine Schande!

Von Dr. Ingeborg Kraus. 

Diese Rede wurde in Saarbrücken am 02.09.2017 auf der Fachtagung „Warum Männer zu Prostituierten gehen?“ gehalten (und ergänzt).

Ich bedanke mich sehr bei Hadassah[2], auf dieser wichtigen und hochkarätigen Veranstaltung sprechen zu dürfen und etwas über die Schäden durch die Prostitution zu sagen, da dieser Aspekt, sowie die Gewalt in der Prostitution bei den Evaluationen des deutschen Ansatzes gezielt ignoriert wurden[3].

Kurz etwas zu der Realität in der Prostitution: Weiterlesen