Archiv der Kategorie: Nordisches Modell

Resolution der Fachtagung „Über die Schäden durch die Prostitution“

14. Dez. 2015 — Die TeilnehmerInnen der Fachtagung des Bündnisses Stop Sexkauf „Über die Schäden durch die Prostitution“ sind empört, dass die zuständigen Bundestagsabgeordneten es nicht geschafft haben, notwendige Schutzmaßnahmen für Frauen in der Prostitution umzusetzen. Der von CDU/CSU zunächst in Absprache mit der SPD vorgelegte Entwurf eines neuen Prostituiertenschutzgesetzes wurde in der vorigen Woche endgültig von der SPD Fraktion gekippt.
Die SPD konnte sich noch nicht einmal zu regelmäßigen Gesundheitsberatungen für die prostituierten Frauen und zu einer Heraufsetzung des Schutzalters von 18 auf 21 Jahre bereit erklären. Auch die dem Schutz der Frauen dienende regelmäßige Anmeldepflicht der Frauen wurde abgelehnt und soll nur einmalig persönlich von den betroffenen Frauen selbst erfolgen; vier Jahre später genüge dann eine digitale Anmeldung.

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Prostitution: Warum Deutschland Sexkauf verbieten muss

Bild 2Expertinnen aus ganz Deutschland haben sich  am 20.06.2014 in München getroffen, um die Situation der Frauen in der Prostitution zu diskutieren. Sie kamen einhellig zu dem Ergebnis, dass Prostitution an sich Gewalt gegen Frauen ist. Die Realität der Frauen in der Prostitution wird öffentlich, fachlich und politisch glorifiziert, bagatellisiert, ignoriert und geleugnet. Nach Ansicht der Expertinnen muss die Nachfrage nach Prostitution beendet werden, ein Sexkaufverbot sehen sie daher als unerlässlich an. Sie haben die Initiative Stop Sexkauf gegründet, die als Plattform für alle Gruppierungen und Personen fungieren wird, die eine grundlegende Lösung für die Frage der Prostitution anstreben. 

Die Journalistin Sabrina Hoffmann nahm an diesem Netzwerktreffen teil und schrieb folgenden Artikel dazu:

von Sabrina Hoffmann

Zwei Jahre waren genug, um ihr Leben zu zerstören. Zwei Jahre hat Marie als Prostituierte gearbeitet. Männer demütigten, benutzten und schlugen sie. Mit Anfang 40 fing Marie an, ihren Körper zu verkaufen. Weil sie keinen anderen Ausweg aus ihrer finanziellen Not sah.

Es schien eine gute Möglichkeit, schnell an Geld zu kommen. Warum auch nicht, dachte sie sich. „Du bist eine erwachsene Frau. Du hast gelebt, du hast geliebt.“ Am Anfang fühlte sie sich sogar geschmeichelt. Denn Männer bezahlten dafür, mit ihr zu schlafen. Also musste sie etwas wert sein.

Doch Marie merkte bald, dass sie den Männern gleichgültig war. Für die Freier zählte nur, dass Marie ihre sexuellen Wünsche erfüllte, egal wie ausgefallen oder abartig sie waren.

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Prostitution: Das Schwedische Modell

von Karlsruher Appell

Das schwedische Modell wird oft im Zusammenhang mit der Forderung nach einer Abschaffung der Prostitution erwähnt. In der ApuZ vom Februar 2013 erschien dazu ein Beitrag von Susanne Dodillet, der diesem Blogpost auszugsweise zugrunde liegt.

Das „Gesetz zum Verbot des Kaufs sexueller Dienste“ trat 1999 in Schweden in Kraft. Seitdem kann, „wer sich für eine Gegenleistung kurzzeitige sexuelle Verbin­dungen verschafft“, zu einer Geld­- oder Ge­fängnisstrafe verurteilt werden. Schweden war das erste Land, das den Kauf sexueller Dienstleistungen und damit die Freier bestrafte. Zwei Jahre später trat das deutsche ProstG in Kraft. Es befreite die Prostitution vom Stigma der Sittenwidrigkeit und wurde als „Schlag gegen Doppelmoral und für die Rechte von Prostituierten“ gefeiert. In Schweden bezeichnete man dies jedoch als Katastrophe.

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