Archiv der Kategorie: Nordisches Modell

Offener Brief an die EKD & die Diakonie Baden

Offener Brief an die Evangelische Kirche in Deutschland, die Diakonie Baden und den Dekan der evangelischen Kirche Karlsruhe.

Karlsruhe, den 29.01.2021. Hier der Brief in PDF-Format: Offener Brief an die Diakonie-pdf2

Sehr geehrte Mitglieder des Rates der EKD, Sehr geehrte Mitglieder des Aufsichtsrates der Diakonie Baden, Sehr geehrter Herr Dekan Dr. Thomas Schalla,

vom 25.11. bis 10.12.2020 fand auch in Karlsruhe die weltweite Kampagne „Nein zu Gewalt an Frauen“ statt. Viele Gebäude wurden in Orange beleuchtet. So sollte das Problem von den Bürgern und Bürgerinnen stärker wahrgenommen werden. Zugleich riefen Gleichstellungsbeauftragte auf nicht weg zu schauen.[1]

Mit Erschütterung musste ich im Januar erfahren, dass das Diakonische Werk Karlsruhe in dieser Zeit eine Kooperation mit vielen Bordellbetreibern der Stadt Karlsruhe und Umgebung getroffen hat!

Mit diesem Schreiben fordere ich die Diakonie Baden auf, sich von diesen Kooperationen komplett und öffentlich zu distanzieren. Es soll auch überprüft werden, ob die Leitung der Diakonie Karlsruhe unter Herrn Stoll, den Zielen und den Bemühungen der Stadt Karlsruhe, sowie den vielen Organisationen, AktivistInnen und engagierte Bürgerinnen im Kampf gegen Gewalt an Frauen noch gerecht wird. Desweiteren fordere ich die Diakonie Baden auf, ihre Haltung zu Prostitution zu ändern, genauso wie es die Evangelische Kirche in Heidelberg getan hat. Hier ein Auszug aus ihrer Stellungnahme[2]dazu:

  • Prostitution entspringt immer einer Notsituation und ist somit nie freiwillig.
  • Prostitution bedeutet Abhängigkeit.
  • Prostitution macht körperlich und psychisch krank und ist deshalb eine Form der Körperverletzung.
  • Prostitution verletzt die Menschenwürde. 

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Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel am europäischen Tag gegen Menschenhandel, den 18.10.2020.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel,

in der Presseunterrichtung nach der Bund-Länder-Konferenz zur Corona-Lage am 14. Oktober weisen Sie auf die Ernsthaftigkeit der kritischen Pandemie-Phase hin, in der wir uns befinden, und sagen, dass wir alles tun müssen, um die Infektionszahlen, die nun steil nach oben steigen, im Griff zu halten. Am 17. Oktober appellieren Sie nochmals an die Bürgerinnen und Bürger und bitten Kontakte und Reisen einzuschränken. Die Ausbreitung des Virus hänge direkt an der Zahl der Kontakte ab.

Wir fragen uns, warum gerade jetzt, wo die Corona-Infektionszahlen einen Höchstwert erreichen, die Bordelle wieder geöffnet werden? Wir machen uns große Sorgen um die Frauen, die nun, zusätzlich zu dieser krank machenden Tätigkeit, im hohen Maße einer gefährlichen Infektion ausgesetzt werden.

Wie kann es sein, in Zeiten, wo man sich die Hand nicht geben soll, Freier das Recht gegeben wird Frauen weiterhin zur sexuellen Benutzung zu kaufen und sie mit ihrem Geschlechtsteil zu penetrieren? Man braucht kein Studium der Medizin, um zu verstehen, dass hier die AHA-Regeln nicht eingehalten werden können. Und ein Blick in die Freierforen reicht, um festzustellen, dass viele Freier noch nicht einmal Mindestschutzmaßnahmen einhalten, so wie die Kondompflicht.

Die Wiedereröffnung der Prostitutionsstätten und die Legalisierung von Sexkauf lassen jede Corona-Verordnung und jeden Appell an die Bürger und Bürgerinnen absurd erscheinen. Weiterlesen

Die Masche der Loverboy-Menschenhändler

Eine sehr gute ZDF-Reportage über Loverboy-Menschenhändler ist seit 18.8.2020 in der Mediathek des ZDF zu finden. Die Perfide Strategie der Täter wird hier gut dargestellt sowie das Leid der Opfer, die in der Scham, Selbstvorwürfen, Angst und Trauma gefangen gehalten bleiben. Hut ab an Sandra Norak, die unermüdlich gegen das System Prostitution kämpft, ein System der Gewalt, das die Politik mit ihrer liberalen Gesetzgebung, in dieser Form erst ermöglicht und fördert.

Hier der Link zur Reportage: https://www.zdf.de/dokumentation/37-grad/37-verratene-liebe-102.html

Bundestagsabgeordnete fordern Freierbestrafung

16 Bundestagsabgeordnete aus Union und SPD fordern die 16 MinisterpräsidentInnen auf, die Bordelle nicht wieder zu öffnen. Und zwar nie wieder. Und es sind nicht irgendwelche Abgeordnete: Elisabeth Winkelmeyer-Becker (Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion für Recht), Dr. Katja Leikert (Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion), Frank Heinrich (Obmann der CDU/CSU und Mitglied des Ausschusses für Menschenrechte & Menschenhandel), Michael Brand (Vorsitzender der Arbeitsgruppe Menschenrechte und Humanitäre Hilfe) , Annette Widmann-Mauz, die Vorsitzende der CDU-Frauenunion und Migrationsbeauftragte der Bundesregierung, sowie ihre Parteikollegin Yvonne Magwas, die Vorsitzende der Gruppe der Frauen im Bundestag der CDU/CSU. Unterzeichnet haben auch der ehemalige Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach. Maria Flachsbarth und Mechthild Heil (beide CDU) plädieren auch die Vorsitzenden der beiden großen katholischen Frauenverbände für die Freierbestrafung. Von der SPD dabei: Johannes Fechner, der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, und Leni Breymaier, Gewerkschafterin und Mitgründerin von Sisters e.V.

In ihrem Schreiben verlinken sie den offenen Brief an das Deutsche Institution für Menschenrechte von Ingeborg Kraus mit vielen MitunterzeichnerInnen.

Auch Sandra Norak und Ingeborg Kraus haben einen Brief an die MinisterpräsidentInnen geschrieben und sie aufgefordert, das Nordische Modell einzuführen. Hier ist der Brief: Forderungen nach Leitlinien zum einheitlichen Vorgehen bezüglich Prostitution.

Und hier der Link zu dem Brief der Bundestagsabgeordneten.

Und hier als Screenshot: Weiterlesen

Forderung nach Leitlinien zum einheitlichen Vorgehen bezüglich Prostitution angesichts der Corona-Epidemie in Deutschland

Sandra Norak und Ingeborg Kraus haben Forderungen nach Leitlinien zum einheitlichen Vorgehen bezüglich Prostitution während der Corona-Pandemie geschrieben. Dieser Brief ist an die Kanzlerin und alle Ministerpräsidenten adressiert. Sie können diesen Brief auch verwenden und ihn an Ihre PolitikerInnen weiterleiten oder Forderungen stellen, die sich an diesen Leitlinien angliedern. Hier der Brief als pdf: Forderung nach Leitlinien zum einheitlichen Vorgehen bezüglich Prostitution angesichts der Corona-Epidemie

Corona fordert uns alle auf über gewohnte Systeme nachzudenken. Es wäre schade, wenn die Politik nach dieser Krise nichts daraus lernt und zu seinem System zurückkehrt, das die Probleme verursacht hat. Corona kann eine Chance für einen menschlichen Fortschritt sein.

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Karlsruhe, den 15.04.2020

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel,

sehr geehrter Herr Laschet, sehr geehrter Herr Söder, sehr geehrter Herr Kretschmann, sehr geehrter Herr Müller, sehr geehrter Herr Woidke, sehr geehrter Herr Bovenschulte, sehr geehrter Herr Tschentscher, sehr geehrter Herr Bouffier, sehr geehrte Frau Schwesig, sehr geehrte Frau Dreyer, sehr geehrter Herr Weil, sehr geehrter Herr Hans, sehr geehrter Herr Kretschmer, sehr geehrter Herr Haseloff, sehr geehrter Herr Günther, sehr geehrter Herr Ramelow,

mit diesem Brief richten wir einen Appell und eine Bitte an Sie alle jetzt in der Corona-Pandemie notwendige Leitlinien und einen Richtungswechsel in der deutschen Prostitutionspolitik zum Schutz der betroffenen Menschen gemeinsam mit Bund und Ländern anzustoßen und zu vollziehen. Weiterlesen

Einblick in die tiefen Abgründe unserer Gesellschaft am internationalen Frauentag

Ein Text von Rosa Makstadt, am Weltfrauentag, den 08.03.2020.

Weltweit fanden schon am Samstag, dem 7. März 2020, ein Tag vor dem offiziellen internationalen Frauentag Veranstaltungen statt. Unsere Aktion auf dem Markplatz in Karlsruhe bot uns dabei unerwartet Einblicke in die tiefen Abgründe in unserer Gesellschaft. Unter den Passanten, die neugierig auf unsere Fahnen und Flyer reagierten, waren auch Männer, die mit uns ins Gespräch kamen. Das Thema Sexkauf und unsere Einstellung dazu lag offen auf dem Tisch und die Männer hielten mit den Schilderungen ihrer Erfahrungen und Ansichten nicht zurück.

Scherzhaft konterte ein Mann mittleren Alters, er gehe nicht ins Bordell, weil er verheiratet ist. Implizierte er damit, dass Sexkauf für unverheiratete Männer in Ordnung ist? Auf meine Antwort, dass mindestens jeder dritte Mann ein Sexkäufer ist, und darunter sicher auch Ehemänner, hörte er auf zu schmunzeln und wurde seriös: „Nein. Jeder zweite Mann, wenn nicht sogar mehr, kauft Sex.“ Weiterlesen

Offener Brief an das Deutsche Institut für Menschenrechte

Offener Brief von Dr. Ingeborg Kraus und vielen MitunterzeichnerInnen an das Deutsche Institut für Menschenrechte zu seinem Positionspapier „Prostitution und Sexkaufverbot“ vom 17.10.2019.

Hier als pdf-Datei: Offener Brief an das DMIR-pdf

Karlsruhe, den 21.01.2020

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe vor kurzem an einer Konferenz zum Thema Prostitution in Boston teilgenommen. Dort sprachen ExpertInnen aus Schweden und ich möchte Ihnen positive Botschaften von ihnen übermitteln: Niemand in Schweden vermisst Prostitution! Also niemand schaut nostalgisch zurück und vermisst die „guten alten Zeiten“, wo es Bordelle in Schweden gab und man dort Frauen für die männliche Triebabfuhr kaufen durfte. Nein, Sexkauf vermisst niemand in Schweden. Sexkauf hat keinen Nutzen in einer Gesellschaft. Sexkauf verursacht aber sehr viel Leid und immense Menschenrechtsverletzungen: Er verursacht Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung in atemberaubenden Dimensionen, er verursacht Gewalt / Mord, Demütigung und Frauenhass, er verursacht menschenunwürdige Verhältnisse und finanzielle Ausbeutung, er macht krank und traumatisiert Menschen oft ein Leben lang.

Warum gerade das deutsche Institut für Menschenrechte Sexkauf schützt, der aber völlig nutzlos ist, jedoch massive Menschenrechtsverletzungen hervorruft, finde ich persönlich merkwürdig!

Aber gut, sie postulieren, dass „wissenschaftliche Studien“ zeigen würden, dass ein Sexkaufverbot das Risiko sexuell übertragbarer Erkrankungen erhöhen würde, Gewalt steigen würde und die Arbeitsbedingungen der Menschen in der Prostitution sich verschlechtern würden. Auch Menschenhandel würde sich mit einem Sexkaufverbot nicht verringern“.

Ihre Recherchen, die zu dieser Schlussfolgerung führen, sind nicht ausreichend. Sie lassen nämlich wichtige Studien und Abkommen aus. Ich möchte Sie deshalb über einiges mehr informieren. Weiterlesen

Aktenzeichen XY Spezial – Loverboy-Masche

Die Spezialsendung Aktenzeichen XY vom 27.03.2019 über die Lover-Boy-Masche mit Sandra Norak , Dr. Ingeborg Kraus und Bärbel Kannemann (von No-Loverboy e.V.) ist nun auf Youtube. Fast 6 Millionen Fernsehzuschauer waren Live dabei!

Wie erkennt man Loverboys? Wie können Eltern erkennen ob ihr Kind ein Opfer ist? Was können Betroffenen tun? Hier finden Sie Antworten: ZDF-Infos über die Loverboy-Masche

Den Film mit anschließender Live-Sendung können Sie hier Nachsehen:

70 Jahre Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

Vom 22. bis 25. Mai hat die Bundesrepublik Deutschland ihr 70 Jahre altes Grundgesetz gefeiert. Ein großes Bürgerfest mit dem Motto „die Würde des Menschen ist unantastbar“ fand in Karlsruhe am Schlossplatz statt, wo viele Informationsstände von politischen Organen waren, die das Haus unserer Demokratie ausmachen.

Zusammen mit Brigitte waren wir auch dort und wollten mal wissen, wie ernst unsere GesetzesvertreterInnen und Bürger es mit der Würde und Gleichstellung nehmen und sind mit ihnen ins Gespräch gekommen.

Erster Stopp war die Europa-Union in Karlsruhe:

Guten Tag! Gehen Sie zu Prostituierten? Nein. Konsumieren Sie manchmal Pornografie? Nein. Was denken Sie über Prostitution, sollte sie abgeschafft werden? Es ist das älteste Gewerbe der Welt. Ja aber die Sklaverei war doch auch so alt wie der Mensch und wurde verboten….

Fazit: an diesem Stand soll also kein einziger Mann bei Prostituierten gewesen sein oder jemals ein Pornoheft in der Hand gehabt haben? Keiner von Weiterlesen

Gegen den Hass – Nordisches Modell jetzt!

Rede von Dr. Ingeborg Kraus auf dem 3. Weltkongress gegen die sexuelle Ausbeutung von Frauen und Mädchen in Mainz. 03.04.2019 https://www.capworldcongress.org – Lektorat: Angelika Fischer – Foto: Lena Reiner (Menschenfotografin)

Ich möchte diese Rede an unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel richten und an den deutschen Staat. Aus der ganzen Welt sind heute Menschen nach Deutschland gekommen weil Sie sich über die gesellschaftliche Entwicklung in Deutschland ernsthaft Sorgen machen. Ich hoffe, dass die deutschen Politiker und Politikerinnen auch anfangen sich Sorgen zu machen.

Das System Prostitution ist ein System der Gewalt die viele Gesichter hat: 

Es fängt schon bei der Bekleidung an: denn Gewalt ist auch zum Beispiel das völlige Nacktsein oder die leichte Bekleidung im Freien bei winterlichen Temperaturen. In der Straßenprostitution herrschen zudem mangelnde Hygienezustände, kein Schutz, keine Sicherheit, Dunkelheit, man ist den taxierenden Blicken ausgesetzt …
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